ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1996Herzchirurgie: Richtigstellung

SPEKTRUM: Leserbriefe

Herzchirurgie: Richtigstellung

Oyen-Pernau, Eva-Maria

Zu dem Beitrag "Herzchirurgische Operationen bei Kindern ? Konzentration auf wenige Zentren gefordert" von Dr. Barbara Nickolaus in Heft 34?35/1996
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist wahr, daß sich für die reisetechnischen Dinge der Verlegung eines Kindes ins Ausland oft Agenturen einschalten, die den Ärzten somit viel Zeitaufwand für diese Begleiterscheinungen ersparen und auch Preise mit den Kliniken aushandeln. Letztere sind aber nicht nach seltenen Fallkonstellationen konstruiert, sondern gestaffelt nach einfachen und komplexen Herzfehlern beziehungsweise Operationen ohne HLM und sind durchweg preislich unter dem Niveau der Operationen in Deutschland (ausgenommen OP in der Schweiz oder USA). Die deutschen behandelnden Kinderkardiologen bekommen keine Provision dafür . . .
Des weiteren stimmt es nicht, daß alle Herzoperationen bei Kindern auch in Deutschland durchgeführt werden könnten. Das hypoplastische Linksherz zum Beispiel wird derzeit von keinem deutschen Herzchirurgen nach Norwood operiert, wohingegen im Ausland damit zum Teil schon gute Erfahrungen vorliegen. Im übrigen reicht es nicht aus, daß bestimmte Operationen in Deutschland gemacht werden. Es müssen vielmehr Erfahrungen im Umgang mit solchen Herzfehlern bei Kindern für das ganze beteiligte Team vorliegen. Dazu gehören die Kardiologen und Anästhesisten sowie das gesamte betreuende Pflegeteam.
Es ist ungeheuer wichtig für den Ausgang einer Operation, wie man den Eingangsbefund einschätzt, wie früh und wie sicher man Komplikationen erkennt und richtig gegensteuert beziehungsweise vorbeugt. Nicht umsonst beträgt die Krankenhausverweildauer zum Beispiel in England nur eine Woche nach Herz-OP, wogegen sie in Deutschland meist zwei bis drei Wochen beträgt. Im übrigen ist die Terminplanung in vielen deutschen Herzzentren schlicht eine Katastrophe, und bei der Wartezeit kommen statt "Tagen" Begriffe wie "Wochen" und "Monate" oder gar "Jahre" ins Spiel . . .
Dr. Eva-Maria Oyen-Pernau, Pfarrer-Kenntemich-Platz 5, 53840 Troisdorf
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote