ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2002Ballondilatation bei Infarkt: Vorbehandlung mit Tirofiban erhöht Chancen

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Ballondilatation bei Infarkt: Vorbehandlung mit Tirofiban erhöht Chancen

Dtsch Arztebl 2002; 99(48): A-3282

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Um bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt den ischämiebedingten Gewebeschaden zu minimieren und damit die Prognose zu verbesseren, wird heute von vielen Kardiologen die sofortige Dilatation des verschlossenen Gefäßes, eventuell in Kombination mit einer Stent-Implantation, als Mittel der Wahl angesehen. Die Erfolgsrate lässt sich möglicherweise – analog zur PTCA (perkutane transluminale Koronarangioplastie) beim akuten Koronarsyndrom ohne ST-Streckenhebung im EKG – durch die intensive antithrombozytäre Vorbehandlung mit einem GP-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten erhöhen.
Diese Strategie hält Dr. Arnoud van ’t Hof (Zwolle/Niederlande) für vielversprechend. Er bezieht sich dabei auf eine erste Zwischenauswertung von On-TIME (Ongoing Tirofiban in Myocardial Infarction Evaluation Study). Bisher liegen Daten von 100 der insgesamt konsekutiv eingeschlossenen 500 Patienten vor. Wichtigstes Teilnahmekriterium waren kürzer als sechs Stunden bestehende Symptome eines akuten Myokardinfarkts. Prähospital erhielten die Patienten randomisiert doppelblind Tirofiban (Aggrastat®) oder Placebolösung (Infusion nach initialer Bolusgabe). Nach Einlieferung in die Klinik und angiographischer Abklärung wurde die Infusion bei allen Patienten mit Tirofiban bis 24 Stunden post-PTCA fortgesetzt.
Ob man besser prähospital mit der Tirofiban-Behandlung beginnen solle oder ob es ausreiche, den GP-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten erst im Katheterlabor zu geben, könne man zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der noch zu geringen Patientenzahl noch nicht sagen, bedauerte van ’t Hof. Beeindruckend seien aber schon jetzt die hohen Offenheitsraten des infarktauslösenden Gefäßes – sowohl zum Zeitpunkt vor dem revaskularisierenden Eingriff (44 Prozent) als auch danach (90 Prozent). Ein Patient war innerhalb der 30-tägigen Nachbeobachtungsphase gestorben. Reinfarkte oder Schlaganfälle gab es in der Nachbeobachtungsphase nicht. Gabriele Blaeser-Kiel

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