ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2002Arzneimittelausgaben: Schiedsamt - keine Einigung

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Arzneimittelausgaben: Schiedsamt - keine Einigung

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LNSLNS Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel muss nun regional geregelt werden.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Spitzenverbände der Krankenkassen konnten sich auch vor dem Bundesschiedsamt nicht auf die Höhe des Ausgabenvolumens für Arznei- und Heilmittel für das Jahr 2003 verständigen. Den Vermittlungsvorschlag des unparteiischen Vorsitzenden hatten beide Seiten abgelehnt. Jetzt muss das Ausgabenvolumen auf Landesebene in den jeweiligen Arzneimittelvereinbarungen geregelt werden.
Nach der ergebnislos verlaufenen Sitzung des Bundesschiedsamtes waren die Ärzte wegen vermeintlicher Forderungen in Milliardenhöhe sowohl von den Krankenkassen als auch von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt angegriffen worden. Der Zweite Vorsitzende der KBV, Dr. med. Leonhard Hansen, erklärte dazu: „Wir haben darauf hingewiesen, dass dem Gesundheitswesen ein Richtungsentscheid bevorsteht. Politik und Gesellschaft müssen sich festlegen, ob sie die Patienten nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen versorgt wissen wollen oder ob ihnen stabile Beitragssätze wichtiger sind.“
Tatsächlich müssten nach Berechnungen der KBV rund sechs Milliarden Euro mehr aufgewandt werden, wenn verbreitete Krankheiten wie Krebs, multiple Sklerose oder Alzheimer leitliniengerecht therapiert werden sollten. Allein zur Behandlung von Schmerzpatienten seien 1,2 Milliarden Euro zusätzlich notwendig.

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