ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 3/2002Österreich/Steiermark: Eine Schnee-Idylle

Supplement: Reisemagazin

Österreich/Steiermark: Eine Schnee-Idylle

Dtsch Arztebl 2002; 99(49): [10]

Unverzagt, Gesine

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Auf Kufen gleitet der Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft. Die Gäste sind warm eingepackt, denn es ist eiskalt. Sepp, der rotgesichtige Kutscher, reicht eine Flasche nach hinten. „Probieren Sie, das ist Zirbengeist, typisch von hier. Das wärmt“, meint er. Es duftet aus der Flasche nach Kiefer. Aber es tut gut und wärmt von innen.
Es hat wieder begonnen zu schneien. Dicke Flocken fallen auf die dampfenden und schnaubenden Pferde.
In gleichmäßigem Rhythmus, begleitet vom Glockenklang des Pferdegeschirrs, gleitet der Schlitten durch die bergige Landschaft, durch dunkle Tannenwälder. Dick hat sich der Schnee auf die Zweige gelegt. Vor den verschneiten Holzhäusern liegt aufgestapeltes Holz, aus den Schornsteinen quillt Rauch. Weihnachtskarten-Idylle total.
Zur Jausenstation
Bei einer Jausenstation wird angehalten. Die Pferde erhalten zum Schutz gegen die Kälte Decken, während die Gäste von der heimeligen Atmosphäre des Gasthauses umschlossen werden. Es duftet nach heißem Jagertee, einer Mischung aus Tee, Rotwein und Rum, wobei der Tee die kleinste Menge ausmacht. Eine riesige Pfanne mit Kaiserschmarrn wird in die Mitte des Tisches gestellt, Preiselbeeren und Apfelmus dazu. Wir schnappen uns eine Gabel und beginnen nach Herzenslust, die Süßspeise aus der Pfanne zu picken. Georg, der Wirt, holt sein Akkordeon von der Wand und beginnt zu spielen. Als Claudia, seine Frau, dazukommt und die beiden zweistimmig zu jodeln beginnen, ist die Idylle perfekt. Nach so viel Wirtshaustradition, bringt der Pferdeschlitten die Gäste wieder zurück nach Ramsau am Dachstein, dem Ausgangspunkt der Tour.
Die Region Schladming/ Ramsau hat Wintersportlern viel zu bieten. In dem riesigen Skigebiet gibt es 160 Pistenkilometer, 51 Pisten und 86 Seilbahnen. Davon sind 115 Kilometer durch die Vier- Berge-Skischaukel miteinander verbunden, wofür es einen Gesamtskipass gibt. Auf dem Dachsteingletscher kann sogar ganzjährig Ski gefahren werden.
Für Alpin- und Langlauf
Von den Zimmern des Hotels Melcher schaut der Gast direkt auf die Skisprunganlage des Ortes. Es ist nicht nur ein Paradies für alpine Skifahrer, auch Langläufer kommen auf ihre Kosten. Es gibt elf Loipenkreise von 150 Kilometern Länge mit unterschiedlichen, markierten Schwierigkeitsgraden. Zahlreiche Almhütten und Bauernstuben entlang der Loipen laden zum Verweilen ein. Neben dem Eisstockschießen ist das Schneeschuhwandern abseits der Loipen beliebt. 70 Kilometer
autofreie Winterwanderwege erstrecken sich über das gesamte Hochplateau. Eine schöne Wanderung durch den Schnee ist es zum Gasthaus „Tenne“, einem urgemütlichen Gasthaus mit holzgetäfelten Wänden. Bei steirischer Hausmannskost und Wein von der Steirischen Weinstraße werden hier die Erlebnisse und Erfahrungen der Skisportler ausgetauscht.
Am folgenden Tag schneit es noch immer. 60 Zentimeter Neuschnee ist über Nacht gefallen. Die Pisten und Rodelbahnen sind wegen schlechter Sicht geschlossen. Die Autos kommen nur mit Schneeketten voran. Die Leute vom Tourismusbüro sind zufrieden. „Nichts ist so schlimm wie ein Winterort ohne Schnee“, meinen sie.
Wem eine Wanderung im Schneegestöber nicht gefällt, der sollte die 500 Jahre alte Lodenwalke besichtigen. Hier kann man zuschauen, wie der berühmte filzige Lodenstoff entsteht. Ganz in der Nähe befindet sich im Herzen der Dachstein-Tauern-Region Schladming, bekannt als Austragungsort für die Ski-Weltmeisterschaft und zahlreiche Weltcuprennen. Es ist ein kleiner Ort mit einer Fußgängerstraße und einem traditionellen Bauernmarkt, wo neben Obstsäften auch das steirische Kürbiskernöl verkauft wird. Nur wenige Tropfen dieses Kernöls machen den einfachsten Salat zu einer Delikatesse.
Die Fahrt ins Salzkammergut nach Bad Aussee dauert etwas mehr als eine Stunde. Mit dem Bus geht es abends in die Berge, wo eine Fackelwanderung starten soll. Mit einer Fackel ausgerüstet machen sich die Wanderer auf den Weg. Ziel ist ein historisches Gasthaus, völlig abseits an einem See gelegen.
Die Stille in der durch den dicken Schnee gedämpften Landschaft ist außergewöhnlich. Niemand spricht, nur das Knirschen des Schnees beim Voranschreiten im Schneegestöber ist zu vernehmen. Erfüllt von dem schönen
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Naturerlebnis erreichen die Wanderer das Wirtshaus, wo sie von den Wirtsleuten begrüßt werden. Gesine Unverzagt


Reise-Tipps
Informationen: Steirische Tourismus GmbH, St. Peter-Hauptstraße 243, A-8042 Graz, Telefon: 00 43-3 16-40 03, Fax: 00 43-3 16-40 03-10; E-Mail: Touris mus@steiermark.com, Internet: www.steiermark.com; Tourismus Dachstein-Tauern, Telefon: 00 43-36 87 23-3 10, Fax: 00 43-36 87 23-2 32, E-Mail: info@ dachstein-tauern.at, Internet: www. dachstein-tauern.at – Eine Woche im Wellness-Hotel, HP, Skipass ab 548 Euro

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