ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 3/2002Darß/Vorpommern: Zwischen Ahrenshoop und Zingst

Supplement: Reisemagazin

Darß/Vorpommern: Zwischen Ahrenshoop und Zingst

Dtsch Arztebl 2002; 99(49): [19]

Hoffmann, Frank

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Fotos: Frank Hoffmann Die berühmteste Ansicht des Künstlerdorfes Ahrenshoop: das alte Strohdachhaus am Steilufer
Fotos: Frank Hoffmann Die berühmteste Ansicht des Künstlerdorfes Ahrenshoop: das alte Strohdachhaus am Steilufer
Die Kraniche rücken zusammen. Zu Tausenden sammeln sie sich in den Windwatten, den trocken gefallenen Meeresböden zwischen Zingst und der Südspitze von Hiddensee. Bald werden sie das Boddenland in Vorpommern verlassen, um erst im Frühjahr hier wieder Sation zu machen. Am Rande des Radweges durch die Feld- und Wiesenlandschaft von Wieck nach Prerow leuchten Hagebutten und Vogelbeeren, tiefrot die einen, prall orange die anderen. Ein Seeadler lässt sich von einer milden Brise über den blassblauen Himmel schleppen, und der dichte Wald im Zentrum der Halbinsel Darß hat sich längst verfärbt.
Die drei Landschaften, Darß, Zingst und Fischland, ursprünglich Inseln, sind vor gut 3 000 Jahren allmählich zusammengewachsen. So richtig geschlossen haben sie sich aber erst vor 600 Jahren. Und nach wie vor wandelt sich der Küstenverlauf. So mancher Felsbrocken, auf dem sich noch im letzten Sommer jemand sonnen konnte, ist ein Jahr später, mit einem beängstigend großen Stück Steilküste, im Meer verschwunden.
Auf dem Friedhof der Prerower Kirche lässt sich die maritime Vergangenheit dieser Region studieren: Windjammer schmücken Grabsteine, und auf manchen Kreuzen wird der Männer gedacht, die für immer draußen geblieben sind. Auch im Gotteshaus erinnern Schiffsmodelle an die große Zeit der Seefahrer, die aus Vorpommern einst ins Baltikum und bis nach Übersee gesegelt sind.
Am Darßer Ort, dem Nordzipfel unterhalb vom alten Leuchtturm, ist es jetzt wieder leicht möglich geworden, einen roten Strandkorb in der ersten Reihe zu besetzen. Auch in Ahrenshoop drängelt niemand mehr um den idealen Platz für ein Foto der Kate auf dem Hohen Ufer. Das alte Reetdachhaus war schon vor hundert Jahren das beliebteste Motiv für jene Maler, die hier damals eine Künstlerkolonie begründeten. Jetzt bleibt wieder Zeit für einen Klönschnack mit den Keramikern und Galeristen, den Kunsthandwerkern und Musikern.
Bei Roland Fischer, Besitzer des traditionsreichen „Cafés Namenlos“ und des Hotels „Fischerwiege“ in Ahrenshoop, wird diskutiert, was denn anstelle des extrem hässlichen Kurhaus-Klotzes aus DDR-Zeiten gebaut werden soll, der noch die Mitte von Ahrenshoop dominiert. Eine expansionsfreudige Hotelkette aus Ostdeutschland würde hier gern ein Projekt mit mindestens vier Stockwerken verwirklichen. Viele im Dorf und weit darüber hinaus haben Angst davor, dass der Charakter von
Ahrenshoop verändert wird.
Nur zehn oder zwölf Kilometer und doch Welten entfernt von diesem Streit liegt Wieck, vielleicht der schönste, bestimmt aber der ruhigste Ort auf Darß. Im Landhotel „Haferland“ bezieht Chefkoch Raimar Pilz die Produkte seiner ambitionierten Küche fast aus-schließlich aus der Nachbarschaft. In der Wild- und Pilzsaison bieten ihm Jäger und Sammler frische Ware aus den Darßwäldern an. Die Fische – Zander, Aal, Barsch oder Hecht – stammen aus der Ostsee oder von den Boddenfischern, die ihren Fang morgens im kleinen Wiecker Seglerhafen anlanden.
Schon jetzt aber ist der Weinkeller im „Haferland“ der richtige Platz, um nach der Radtour und nach einem Saunagang in der gemütlichen „Gesundheitsscheune“, die zu diesem Haus gehört, zu entspannen. Die Auswahl an guten Tropfen ist der Stolz des Hotelbesitzers Bernd Evers. Der Jurist hat sich mit dem „Haferland“, 35 Zimmer und 14 Appartements unter drei Reetdächern, einen Traum erfüllt. Zusammen mit seiner Frau Martina sorgt er für „ländliche Lebensfreude“, wie das Motto seines Hauses heißt. Frank Hoffmann

Reise-Tipps
Hotels: „Haferland“ (Foto oben: im Hintergrund), Bauernreihe, 18375 Wieck am Darß, Telefon: 03 82 33/6 80, E-Mail: info@hotelhaferland.de, Internet: www.hotelhafer land.de – Romantik-Hotel „Fischerwiege“, Am Schifferberg, 18347 Ahrenshoop, Telefon: 03 82 20/60 60, E-Mail info@hotel-namenlos.de, Internet: www.hotel-namenlos.de
Auskunft: Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst, Barther Straße 31, 18314 Löbnitz, E-Mail tv.fdz@t-online.de, Internet: www.darss.net
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