ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1996Impfschutz: Schlußwort

SPEKTRUM: Leserbriefe

Impfschutz: Schlußwort

Reygers, Henrik

Zu dem Leserbrief "Unangemessen" von Dr. med. Stefan Deinhart in Heft 30/1996, der sich auf den Beitrag "Vakzination sollte im Säuglingsalter beginnen" von Dr. med. Angelika Bischoff und Dr. med. Henrik Reygers in Heft 19/1996 bezog
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LNSLNS . . . Unter Berücksichtigung der Wochenstatistik ausgewählter Infektionskrankheiten des RKI (Epidemiologisches Bulletin 32/96) ist ersichtlich, daß sich in der Woche 1–29 in 1996 3 184 Hepatitis-B-Fälle ereignet haben. Wenn ich diese Hepatitis-B-Fälle mit einem Kostenfaktor von 50 000 DM multipliziere, habe ich alleine für das Jahr 1996 eine Gesamtausgabe für Hepatitis-B-Behandlungen von 159 Mio. DM; im Jahr 1995 waren es zirka 289 Mio. DM. Für diese Behandlungskosten (ohne die Lohnausfallkosten) wäre schon fast ein Jahrgang durchzuimpfen. Zudem ist zu sagen, daß ich in meinem Artikel von derzeit herrschenden Impfkosten von 129 DM ausgegangen bin. Bei entsprechend höherer Produktion und erhöhtem Absatz würden diese Kosten zwangsläufig sinken . . . Unter Nutzung aller Synergien wäre . . . eine deutliche Diminuierung der Hepatitis-B-Fälle auf Dauer zu erreichen.
Weiterhin möchte ich meine Verwunderung darüber ausdrücken, daß ohne Not in Kauf genommen wird, daß von den erkrankten 5 966 Menschen zehn Prozent an einer chronischen Hepatitis B leiden werden und über 100 an ihrer Hepatitis B sterben werden.
Mit der gleichen Argumentation können auch andere prophylaktische oder lebensverlängernde Maßnahmen eingeschränkt oder aufgehoben werden. Ich denke hier zum Beispiel an die Hämophiliebehandlung, wo die Jahreskosten alleine 100 000 DM pro Fall betragen. Auch hier würde keiner (noch nicht?) auf die Idee kommen, zu sagen, die jährlichen Behandlungskosten liegen in einem Rahmen, der wirtschaftlich nicht zu vertreten wäre.
Zu der Frage, woher die Zahlen stammen, möchte ich kurz mitteilen, daß diese aus dem Postgraduate Medical Journal (1987) 63, Seite 21– 26; der Ärztezeitung, Nr. 20, 3./4. Februar 1995; der Deutschen Apothekerzeitung, 133. Jahrgang, Nr. 12 vom 25. März 1993; dem Deutschen Ärzteblatt, 91. Jahrgang, 1994, Heft 41, stammen . . .
Dr. med. Henrik Reygers, Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises, Bahnhofstraße 51, 36341 Lauterbach
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