ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2002Mammakarzinom: Heißes Eisen anpacken
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LNSLNS Prof. Lauterbach beschreibt die unbefriedigende Situation, dass bei einem verdächtigen Mammographiebefund (ohne Tastbefund) von vier operativen Mammabiopsien in Deutschland nur eine tatsächlich einen Brustkrebsfall ergibt, in Holland sind dagegen drei positiv. Warum in Deutschland offenbar unnötig viele gesunde Frauen operiert werden, erklärt der Autor aber erst nach zwei Textseiten beiläufig in einer Art Epilog („Schließlich muss beachtet werden . . .“). Um es deshalb noch mal klar zu sagen: Der Trick ist nicht das qualitätsgesicherte Screeningprogramm der Holländer an sich, sondern ihr Bestreben, statt einer operativen Biopsie zuerst ambulant und ohne Narkose zu biopsieren. Nur was sich so nicht klären lässt, bleibt dem Operateur. Auch in dem Schweizer Krankenhaus, in dem ich arbeite, können die meisten mammographischen Problemfälle mit einer meist sonographisch gezielten Feinnadelbiopsie gelöst werden.
Die wirklich interessante Frage wäre also gewesen, warum sich diese logische und schonende Vorgehensweise in Deutschland nicht durchsetzt! Hat man Angst vor Stichkanalmetastasen? Gibt es finanzielle Gründe? Oder liegt es an den mangelnden Fähigkeiten der Mammadiagnostiker? Bitte bleiben Sie nicht an der Oberfläche, sondern packen Sie diese heißen Eisen an!
Dr. med. Fabian Hässler, Wiesenstraße 15, 78462 Konstanz

Ein weiterer Leserbrief zu
diesem Beitrag ist in Heft 47/2002 erschienen.
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