ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2002Arbeitszeitgesetz: Keine faulen Kompromisse

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Arbeitszeitgesetz: Keine faulen Kompromisse

Dtsch Arztebl 2002; 99(49): A-3319 / B-2798 / C-2607

Sagebiel, Daniel

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LNSLNS Der von Herrn Riediger im Kampf um die Vergütung favorisierte Kompromiss bedeutet eine Fortschreibung der bestehenden Ausbeutung hoch qualifizierter Arbeitskraft. Der „menschliche Faktor“ einer humanen Patientenversorgung bliebe auf der Strecke.
Die Einhaltung bestehender Arbeitszeitgesetze und die Umsetzung des EuGH-Urteils bieten eine Chance für die Verbesserung des Arbeitsalltags aller Beteiligten. Hierbei wird der ungeliebte Schichtdienst (in allen Variationen), einhergehend mit Einkommenseinbußen, nicht zu umgehen sein.
Die Kosten durch Umsetzung des EuGH-Urteils stehen in keinem Verhältnis zu den positiven Effekten einer verbesserten Patientenversorgung, der Weiterqualifizierung von Fachkräften und mehr Arbeitszufriedenheit.
Deshalb ist Folgendes zu fordern:
- Reduktion der hohen Arbeitsbelastung;
- sofortige Umsetzung des EuGH-Urteils;
- Sicherstellung der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes durch vollständige Dokumentation und intensive, unaufgeforderte Kontrollen;
- verstärkte Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle;
- Förderung wirklicher Teilzeitarbeit;
- Beseitigung des „Ärztinnen und Ärztemangels“ durch Ausbildung und Einstellung ausländischer Kolleginnen und Kollegen;
- Bereitstellung erforderlicher Finanzmittel.
Daniel Sagebiel, DZK, Zentralklinik Emil von Behring, Lungenklinik Heckeshorn, Zum Heckeshorn 33, 14109 Berlin
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