ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2002Rauchen entscheidend für chronisch entzündliche Darmerkrankungen

MEDIZIN: Referiert

Rauchen entscheidend für chronisch entzündliche Darmerkrankungen

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LNSLNS Etwa zehn Prozent aller chronisch entzündlichen Darmerkrankungen treten familiär gehäuft auf, wobei das NOD-2-Gen für einen Morbus Crohn prädisponiert. Die Autoren führten eine umfangreiche Analyse über die Rauchgewohnheiten bei Nachkommen von 242 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen durch. In der Studie wurden 658 Patienten erfasst. Dabei zeigte sich, dass Rauchen zur Entwicklung eines Morbus Crohn (odds ratio: 3,55) führt, wohingegen Raucher vor einer Colitis ulcerosa geschützt waren (odds ratio 0,28). Bei
Geschwisterpaaren, die sich hinsichtlich Rauchgewohnheiten und Art der chronisch entzündlichen Darmerkrankung unterschieden, wiesen die Raucher fast immer einen Morbus Crohn und die Nichtraucher eine Colitis ulcerosa auf. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Tabakkonsum bei genetischer Prädisposition dazu führt, dass sich der Phänotyp von einer Colitis ulcerosa in Richtung Morbus Crohn ändert, wie umgekehrt das Rauchen einen protektiven Effekt bei sporadischer Colitis ulcerosa ausübt. w

Bridger S, Lee JCW, Bjarnoson I, Lennard Jones JE,Macpherson AJ: In siblings with similar genetic susceptibility for inflammatory bowel disease, smokers tend to develop Crohn’s disease and non-smokers develop ulcerative colitis. Gut 2002; 51: 21–25.

Dr. A. J. Macpherson, Institut für experimentelle Immunologie, Universitätshospital Zürich, Schmelzbergstraße 12, CH-8091 Zürich. E-Mail: amacpher@pathol.unizh.ch

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