ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2002Kiss für die DA: Über die neue Büro-Kommunikation

VARIA: Post scriptum

Kiss für die DA: Über die neue Büro-Kommunikation

Dtsch Arztebl 2002; 99(49): [80]

Ellermann, Bernd

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LNSLNS Ob in Ämtern oder Firmenbüros – eine neue Geheimsprache macht sich breit. Da wimmelt es von Insider-Kürzeln, die natürlich alle in Englisch sind. Früher hieß es „zu Ihrer Information“, heute textet man kurz und knackig „FYI“ – For Your Information. Wenn man einst nach einer Besprechung eine kurze Notiz mit „MfG“ (Mit freundlichen Grüßen) zeichnete, so kürzt man jetzt nach dem Meeting mit „BW“ (Best Wishes). Wer seinen Mitarbeitern für eine Aufgabe einen endgültigen Termin setzt, fixiert heutzutage seiner Task Force die Deadline.
Auch Krankenhausverwaltungen oder Arztpraxen können sich diesem neuen Trend nicht entziehen. Wenn die Arzthelferin, die „DA“(Doctor-Assistant) dem Labor im Basement eine Order gibt, so vermerkt sie auf ihrem Flyer nur „Asap“ – das heißt: so schnell wie möglich (As soon as possible). Überhaupt: Wer wen zu „briefen“ hat, regelt der „Workflow“, er gibt die Arbeitsabläufe vor. Und wenn eine E-Mail mit dem Kürzel „Kiss“ abschließt, ist das für die DA keine erotische Mitteilung. „IC“ (In Contrary), der Absender bittet, kurz und bündig zu antworten (Keep it short and simple).
Oft steht die DA vor einem Adress-Problem: Schreibt sie nun „Sehr geehrter Professor X“ oder „Prof. Dr. med. X“? No fear, sie faxt seiner „OM“ (Office-Managerin) eine Info, wie das „wording“ geht. Das wording „ruled“ die Anrede – es sei denn, sie wird vom „CD“ (Chief-Doctor) „overruled“.
Ganz schlimm, eine „Clinic-DA“ kennt sich mit dem neuen PC nicht aus, sie mailt Asap um Hilfe – und erhält eine SMS, auf der nur „RTFM“ steht, will sagen: Read The Fucking Manual, lies das verdammte Handbuch (. . . bevor du mich nervst). Da ist dann ein Brainstorming angesagt. Vielleicht funktioniert die Online-Communication mit einem, der beim „KOM“ (Kick-off-Meeting) dabei war? Wenn dieser really geholfen hat, bedankt man sich in der E-Mail mit einem knappen „THX“ (Thanks). Bernd Ellermann
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