ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Therapien bei Sucht und Abhängigkeiten. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie

BÜCHER

Therapien bei Sucht und Abhängigkeiten. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie

PP 1, Ausgabe Dezember 2002, Seite 530

Heigl-Evers, Annelise; Helas, Irene; Vollmer, Heinz C.; Büchner, Uwe

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LNSLNS Suchttherapie
Ohne Bezug
Annelise Heigl-Evers, Irene Helas, Heinz C. Vollmer, Uwe Büchner (Hrsg.): Therapien bei Sucht und Abhängigkeiten. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2002, 158 Seiten, 8 Abbildungen, kartoniert, 17,90 €
Vorgestellt wird ein Sammelband, der verschiedene Aspekte des Themas „Sucht“ unter fachlicher und therapeutischer Perspektive beleuchtet. Nach einem soziologischen Blick auf das Thema werden neuere neuropsychobiologische Aspekte des Suchtgedächtnisses beschrieben. Ethische Dimensionen und Behandlungssettings sowie drei therapeutische Zugangsbeschreibungen stellen den Schwerpunkt des Readers dar. Abgerundet wird das Buch mit kritischen Ausführungen zu gängigen Krankheitsmodellen sowie wissenschaftstheoretischen methodologischen Aspekten.
Dies alles klingt viel versprechend, möglicherweise mit dem gewählten Untertitel so viel versprechend, dass sich zwangsläufig nach der Lektüre Ernüchterung einstellt. Nur ein kleiner Teil des Buches beschäftigt sich mit der Therapie von Sucht/Abhängigkeit. Eine Einführung in die Psychoanalyse ohne weitere Suchtspezifität, eine interessante Darstellung eines Konzepts zur Therapie von Alkoholmissbrauch (nicht Sucht!) und die Beschreibung einer Kombination von Psychodrama und Verhaltenstherapie sind die einzigen Beiträge zum Thema Therapie. Systemische Aspekte findet der Leser nicht. Dagegen sind – im Wortbeitrag möglicherweise kurzweilige – aber in der Schriftform kaum lesbare – Beiträge zu Krankheitsmodellen und dem Unterschied zwischen französischen und amerikanischen Filmen („Film und Therapie werden durch das Kapital einschränkt.“) sowie zur Kritik am herrschenden Wissenschaftsverständnis.
Der Band stellt die einzelnen Beiträge ohne Bezug nebeneinander und hätte von einem kritischen Lektorat profitieren können. Schade, dass die Chance vertan wurde, sich dem Thema interdisziplinär und schulenübergreifend zu nähern. Michael Broda
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