ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Umwelteinflüsse: Lernstörungen durch Fluglärm

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Umwelteinflüsse: Lernstörungen durch Fluglärm

PP 1, Ausgabe Dezember 2002, Seite 534

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LNSLNS Einfluss von Flughafen auf Schulkinder untersucht
Der Neubau des Münchner Flughafens bot einem internationalen Forscherteam die seltene Möglichkeit, die Auswirkungen von Verkehrslärm auf die schulische Entwicklung von Kindern prospektiv zu untersuchen. Das Team um Prof. Monika Bullinger vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf untersuchte 326 Kinder (Durchschnittsalter 10,4 Jahre), einmal sechs Monate vor der Inbetriebnahme des Franz-Josef-Strauss-Flughafens sowie ein und zwei Jahre später. Ergebnis: Nach dem Flughafenwechsel von München-Riem nach Erding/Freising kam es bei den Kindern in der Nähe des neuen Flughafens zu Störungen des Langzeitgedächtnisses und der Lesefertigkeiten, während sich die Leistungen der Kinder in der Nähe des alten Flughafens sowie deren Kurzzeitgedächtnis verbesserten.
Psychologen vermuten seit langem, dass sich starker Lärm negativ auf die Lesefertigkeit von Kindern auswirkt. Frühere Studien hatten immer wieder in diese Richtung gedeutet. Doch ein letzter Beweis fehlte noch. Nach der jetzigen Studie gebe es keinen Zweifel mehr an der Kausalität, meint Gary Evans von der Cornell Universität Ithaca, New York. Er zählt Lärm zu den Umweltstress-Faktoren, welche sich negativ auf das Lernen auswirken.
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