ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Keine Kostenexplosion

POLITIK

Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Keine Kostenexplosion

PP 1, Ausgabe Dezember 2002, Seite 540

Flintrop, Jens

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LNSLNS Erklärtes Ziel des Beitragssicherungsgesetzes ist es, die Ausgaben der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zu begrenzen und so die angebliche „Kostenexplosion“ im Gesundheitswesen zu stoppen. Dabei hat es eben jene so nicht gegeben. Denn: Ausschlaggebend für die GKV-Beitragssatzsteigerungen der letzten Jahre (siehe Grafik) war nicht die Ausgaben-, sondern die Einnahmenseite. Ein Blick auf die Entwicklung des Anteils der GKV-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt, dass seit 1980 jährlich ein gleich bleibender Teil des gesellschaftlichen Wohlstands für die Finanzierung der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufgebracht wurde. Wieso können die Beitragssätze der GKV steigen, wenn ihr Ausgabenanteil am BIP konstant bei plus/minus sechs Prozent liegt? Die GKV-Beiträge sind nicht Prozentsätze des BIP, sondern der beitragspflichtigen Löhne, Gehälter und Sozialeinkommen. Sinkt der Lohnanteil am BIP (die Lohnquote), dann müssen die Beitragssätze auch bei konstantem Ausgabenanteil steigen. Genau das ist seit Anfang 1982 der Fall. Hauptgrund hierfür ist, dass die Zahl der sozial­ver­sicherungs­pflichtigen Beschäftigten und damit der Hauptbeitragszahler in der GKV deutlich abgenommen hat. Was seit 25 Jahren als „Kostenexplosion“ bezeichnet und mit Kostendämpfungsgesetzen bekämpft wird, geht also auf Einnahmendefizite vor allem infolge der steigenden Arbeitslosigkeit zurück. Jens Flintrop
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