ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Väter: Differenzierungen
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LNSLNS Dem Beitrag „Väter in der Psychotherapie“ von Frau Prof. I. Seiffge-Krenke möchte ich zur Rolle des Therapeuten einige differenzierende Gesichtspunkte hinzufügen.
Für uns analytisch ausgebildete Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist es selbstverständlich, die Väter in den therapeutischen Prozess einzubeziehen, diese
unter Umständen auch persönlich anzuschreiben und zur Mitarbeit in der Behandlung zu motivieren. Das gilt auch für Väter, die nach Trennung und Scheidung nicht mehr mit ihren Kindern zusammenleben.
In der Übertragungsbeziehung sind brennglasähnlich alle Beziehungen der Patienten und deren verinnerlichte Muster aktuell (Mutter, Vater, Geschwister, Transgenerationen . . .), die der Therapeut aufgrund seiner fundierten Ausbildung und einer gründlichen Lehranalyse, verstehend und reflektierend (ohne persönlich angegriffen zu sein), dem Patienten bewusst machen kann, um gerade die Spaltung in „gut und böse“ zu verändern in eine gereiftere Ich-Fähigkeit, die „gut und böse“ auf ein Objekt, in diesem Fall den Therapeuten, richten kann.
Dies ist auch eine gesellschaftspolitisch relevante Aufgabe, die verhindern hilft, dass die abgespaltene Seite (oft die aggressiv-feindselige) in die Außenwelt und in Fremde projiziert wird.
Barbara Busse, Franziskanerstraße 13, 81669 München
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