ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Zielkonflikte: Integration von Lebenszielen wichtig

WISSENSCHAFT

Zielkonflikte: Integration von Lebenszielen wichtig

PP 1, Ausgabe Dezember 2002, Seite 559

MS

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LNSLNS D ie Lebensziele von Psychotherapiepatienten können sich entsprechen oder gegenseitig behindern. Sie können auch im Konflikt zum Therapieziel „Besserung der Symptome“ stehen. Die Autoren von der Ruhr-Universität Bochum untersuchten, welche Auswirkungen Konflikte zwischen Patientenzielen auf die Therapiemotivation und den Therapieerfolg haben. 24 ambulant behandelte Patienten mit Angststörungen und ihre Verhaltenstherapeuten nahmen an der Studie teil. Die Patienten listeten nach der siebten oder fünfzehnten Therapiesitzung ihre Ziele auf. Außerdem schätzten sie ein, ob Erfolg bei der Erreichung eines Ziels einen förderlichen oder hinderlichen Einfluss auf die anderen Ziele hat. Die Therapeuten beurteilten danach das Basisverhalten der Patienten, insbesondere Abbruchabsichten, Mitarbeit, Selbstöffnung, Erprobung neuer Verhaltensweisen und Widerstand. „Konflikte zwischen den Zielen beeinträchtigen das Basisverhalten“, fanden die Autoren heraus. Patienten mit rivalisierenden Zielen zeigten ein geringeres Maß an Mitarbeit, Selbstöffnung und Erprobung neuer Verhaltensweisen und eine stärkere Tendenz zu Therapieabbruch und Widerstand als Patienten mit harmonierenden Zielen. Das hatte auch Auswirkungen auf den Therapieerfolg. In der retroperspektiven Beurteilung durch Patienten und Therapeuten wurde deutlich, dass Patienten, die kaum Widerstand aufweisen und in der Therapie mitarbeiten, sich öffnen und neue Verhaltensweisen erproben, höhere Erfolgswerte haben. Um das Engagement der Patienten zu erhöhen, raten die Autoren, die Lebensziele der Patienten in die Therapie zu integrieren und in den Dienst der Therapieziele zu stellen. ms

Michalak J, Schulte D: Zielkonflikte und Therapiemotivation. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2002; 31: 3: 213–219.

Dr. Johannes Michalak, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, E-Mail: micha@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de
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