SPEKTRUM: Bücher

Klinische Hypnose

Dtsch Arztebl 1996; 93(42): A-2667 / B-2275 / C-2021

Hoareau, Jeannot

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LNSLNS Hypnose
Magisch
Jeannot Hoareau: Klinische Hypnose. Aus dem Französischen übersetzt von Theodor Heinze, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, 1996, 243 Seiten, kartoniert, 49,80 DM
Hypnose und Hypnotherapie haben die Aura des Magischen und Unheimlichen, sie begegnen in effekthaschenden Vorführungen und Berichten über angebliche "Wunderheilungen" der Skepsis vieler Zeitgenossen. Dabei ist Hypnose die Urmutter der heutigen Psychotherapien und hätte eine wesentlich breitere therapeutische Anwendung verdient, wie der französische Psychiater und Hypnotherapiefachmann Jeannot Hoareau in diesem Grundlagenwerk überzeugend nachweist.
Der erste Abschnitt ist den historischen Aspekten der Trance gewidmet, wofür in erster Linie die Namen Mesmer, Bernheim und Charcot stehen. Es schließt sich eine gut faßliche Schilderung der theoretischen Grundlagen, der Phänomenologie und der hypnotischen Techniken an – wobei der Autor zugeben muß, daß die Natur dieses veränderten Bewußtseinszustandes noch nicht geklärt ist.
Der zweite Teil beschreibt therapeutische Anwendungsmöglichkeiten und klinische Indikationen, veranschaulicht durch zwölf Falldarstellungen und zahlreiche Literaturangaben: so hat sich die Wirksamkeit der Hypnose erwiesen bei Suchtkrankheiten, der Schmerzkontrolle, bei psychosomatischen Leiden und psychischen Störungen – umstritten ist aber nach wie vor die Anwendung bei Psychosen. Ein eigenes Kapitel gilt den Gefahren, Widerständen und Kontraindikationen der Hypnotherapie, ein weiteres der Hypnose bei Kindern.
Im Schlußwort weist der Autor nachdrücklich darauf hin, daß Hypnose kein Allheilmittel, aber doch ein wichtiges Heil-Hilfsmittel ist und daß Hypnotherapie in die Hände erfahrener Praktiker gehört, die auch in anderen, "herkömmlichen", Behandlungsmethoden ausreichend bewandert sind.
Wolfgang Schweizer,
Neuenmarkt
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