ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2002Rett-Syndrom: Musiktherapie hilfreich

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Rett-Syndrom: Musiktherapie hilfreich

PP 1, Ausgabe Dezember 2002, Seite 562

MS

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LNSLNS Das Rett-Syndrom ist eine schwere Entwicklungsstörung. Es wurde erstmals von Prof. Dr. med. Andreas Rett in den Sechzigerjahren beschrieben. Bis vor wenigen Jahren wurde angenommen, dass das Rett-Syndrom nur bei Mädchen auftritt. Inzwischen ist bekannt, dass auch Jungen betroffen sind, jedoch in geringerem Ausmaß. Viele Betroffene haben eine geringe Lebenserwartung, doch einige erreichen ein relativ hohes Alter. „Die Erkrankung ist beim Neugeborenen nicht zu erkennen“, erklärt die Autorin. In den ersten Monaten scheinen sich die Kinder normal zu entwickeln. Den meisten Eltern fällt erst etwas auf, wenn ihre Kinder etwa ein bis zwei Jahre alt sind. Die Kinder verlieren Fertigkeiten, die sie bereits beherrscht haben. Dieses Phänomen wird als „Regression“ bezeichnet. Vor allem die Sprache und die Hände sind davon betroffen. Die Kinder führen mit den Armen und Händen sich wiederholende, stereotype Bewegungen aus. Wenn die Kinder bereits laufen konnten, wird ihr Gang plötzlich unsicher. Viele leiden zusätzlich unter epileptischen Anfällen. Darüber hinaus sind Atmung und Schlaf-Wach-Rhythmus unregelmäßig. Ein auffälliges Merkmal ist der geringe Kopfumfang. Die Ursachen für das Rett-Syndrom waren lang unbekannt. Erst 1999 entdeckten Forscher Veränderungen des Gens MECP2, das ein Bestandteil des X-Chromosoms ist. Obwohl das Rett-Syndrom nicht heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, die Betroffenen zu fördern, beispielsweise durch Training der Sprache und der Motorik. „Auch Musiktherapie kann helfen, denn Kinder mit Rett-Syndrom sind vor allem für Musik empfänglich“, so die Autorin. ms

Kerr A: Annotation: Rett syndrome: recent progress and implications for research and clinical practice. Journal of Child Psychology and Psychiatry 2002; 43: 3: 277–287.

Alison M. Kerr, Department of Psychological Medicine, University of Glasgow, Royal Gartnavel Hospital, Great Western Road, Glasgow, G12 OXH, UK, E-Mail: amk5m@clinmed.gla.ac.uk
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