ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Arzneimittel: KBV plädiert für „Vierte Hürde“

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Arzneimittel: KBV plädiert für „Vierte Hürde“

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Kommt die „Vierte Hürde“ für Arzneimittel? Foto:AOK-Mediendienst
Kommt die „Vierte Hürde“ für Arzneimittel? Foto:AOK-Mediendienst
Flächendeckende Bewertung könnte Kosten sparen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) spricht sich für eine zusätzliche Bewertung aller neu zugelassenen Arzneimittel durch den Koordinierungsausschuss aus. „Das Instrument der ,Vierten Hürde‘ könnte eine Methode sein, die Preise von Innovationen zu drücken“, sagte Dr. Eva Susanne Dietrich, Leiterin des Referates Arzneimittel, bei einem Presseseminar der KBV zum Thema „Arzneimitteltherapie in Deutschland – System und Praxis“ in Berlin.
Dietrich schränkte jedoch ein, dass die Kosten-Nutzen- Bewertung nicht problemlos umzusetzen sei. Bisher lägen bei der arzneimittelrechtlichen Zulassung klinische Studien vor, die nur begrenzt Auskunft über den Nutzen des Medikaments geben. Die KBV-Expertin plädierte deshalb für Nutzwertanalysen bei chronischen Krankheiten. Ferner hält sie die Verwendung von Daten aus dem Ausland für möglich. Dietrich: „In den Niederlanden wurde 2000 mit der Planung solcher Studien begonnen, 2005 werden diese voraussichtlich abgeschlossen sein.“ Die Vorteile der „Vierten Hürde“ lägen auf der Hand: Förderung wirklich innovativer Präparate und Leistungsausschluss von hochpreisigen Präparaten mit geringem Zusatznutzen im Vergleich zu bereits verfügbaren Arzneimitteln.
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