ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Finanzergebnis: Kassensturz

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Finanzergebnis: Kassensturz

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LNSLNS Schmidt kündigt Milliardendefizit an.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen 2002 ein Minus von rund 3,176 Milliarden Euro eingefahren. Nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wird das Defizit zum Jahresende bei etwa 2,5 Milliarden Euro liegen. Eine Entlastung der Kassenfinanzen erhofft sie sich vor allem durch höhere Beiträge durch Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld).
Die Finanzdaten zeigten, dass die vorgesehenen Sparmaßnahmen unverzichtbar seien, ließ die Ministerin in einer Mitteilung an die Presse verlauten. Die Spargesetze setzten an den Hauptursachen der defizitären Entwicklung an. Bei den Leistungsausgaben sei das Plus von 3,2 Prozent vor allem auf die Zuwächse von 4,9 Prozent bei Arzneimitteln sowie auf Mehrausgaben im Krankenhaussektor von 3,4 Prozent zurückzuführen. Mit 4,6 Prozent seien aber auch die Verwaltungskosten der Kassen erheblich gestiegen.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, wies in einer ersten Reaktion Vorwürfe Schmidts zurück, die Selbstverwaltung habe versagt. Therapeutischer Fortschritt und ein gestiegenes Durchschnittsalter der Bevölkerung ließen sich mit Spardiktaten nicht beherrschen. Er verteidigte die Mehrausgaben für Medikamente: „Wir Ärzte verordnen Präparate, weil die Menschen sie brauchen, nicht weil wir persönlich etwas davon hätten.“
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