ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Traumafolgen: Fortbildung für Gutachter

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Traumafolgen: Fortbildung für Gutachter

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Auch die Behandlungszentren kritisierten das Vorgehen der Berliner Senatsverwaltung gegen Flüchtlinge. Foto: KNA
Auch die Behandlungszentren kritisierten das Vorgehen der Berliner Senatsverwaltung gegen Flüchtlinge. Foto: KNA
Psychotherapeutenkammer setzt sich für traumatisierte Flüchtlinge ein.
Die Kammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Berlin hat zusammen mit der Ärztekammer und dem Behandlungszentrum für Folteropfer ein Fortbildungcurriculum für Gutachter erarbeitet. Es soll Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten im Umgang mit Flüchtlingen oder Asylbewerbern schulen, die unter psychisch-reaktiven Traumafolgen leiden. Die Fortbildungsveranstaltungen beginnen Ende Januar 2003.
Hintergrund der Initiative ist der Umgang der Berliner Ausländerbehörde mit traumatisierten bosnischen Bürgerkriegsflüchtlingen. Die Behörde hatte in vielen Fällen die Gutachten von Psychologen, Psychotherapeuten und Fachärzten als „Gefälligkeitsgutachten“ abqualifiziert. Für viele Betroffene bedeutete dies die Abschiebung (siehe DÄ, Heft 23/2000).
Auf Druck von Psychotherapeutenkammer, Ärztekammer und Behandlungseinrichtungen änderte die Senatsinnenverwaltung in diesem Somer das Verfahren. Künftig wird auf die Schlüssigkeitsprüfung und eine Zweitbegutachtung verzichtet. Voraussetzung ist, dass eine psychologisch-psychotherapeutische oder fachärztliche Stellungnahme eine Traumatisierung bestätigt. Diese muss von einem Kollegen abgegeben werden, der gegenüber der Psychotherapeuten- oder der Ärztekammer seine Qualifikation nachgewiesen hat und in entsprechenden Listen der Kammern geführt wird. Die Listen liegen dem Senat vor und werden ständig aktualisiert. Für die Gutachtertätigkeit werden weitere Kollegen benötigt. Kontakt: Kammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Telefon: 0 30/8 87 14 00.
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