ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Obduktionen: Lagerung kompletter Hirne sicher unzulässig

BRIEFE

Obduktionen: Lagerung kompletter Hirne sicher unzulässig

Dtsch Arztebl 2002; 99(50): A-3396

Saeger, W.

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LNSLNS . . . Im Berliner Sektionsgesetz vom 18. Juni 1996 wird ausgeführt, dass „zur Untersuchung erforderliche Organe und Gewebe entnommen werden“ dürfen. Ähnlich ist es im Hamburger Sektionsgesetz vom 9. Februar 2000 geregelt: „Die für die Untersuchung erforderlichen Organe und Gewebe dürfen entnommen werden.“
Daraus ist zu schließen, dass für spezielle Untersuchungen Organe oder Organteile dauerhaft entnommen werden dürfen. Der weitere Umgang mit solchen Organen oder Organteilen muss dann analog zum Umgang mit Operationsmaterial erfolgen. Dieses bedeutet, dass die für die Mikroskopie notwendigen Proben in Paraffin eingebettet werden und dann dauerhaft gelagert werden dürfen (oder sogar müssen), während das verbliebene Restmaterial in ethisch und hygienisch einwandfreier Form entsorgt werden muss.
Eine dauerhafte Lagerung kompletter Gehirne, ohne dass spezielle Untersuchungen unter bestimmten Fragestellungen noch durchgeführt werden, ist sicher unzulässig.
Prof. Dr. med. W. Saeger, Katholisches Marienkrankenhaus gGmbH, Alfredstraße 9, 22087 Hamburg
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