ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Neuroleptika: Rolle rückwärts
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LNSLNS Die veröffentlichten geänderten Richtlinien bieten keine ausgewogene Bewertung der wissenschaftlichen Literatur zum Einsatz von atypischen Neuroleptika. Die Stellungnahmen der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft wurden nicht einbezogen, und eine Bewertung der internationalen Literatur nach Evidenzklasse eins bis vier fand nicht statt.
Die nordamerikanischen Kollegen stellen 85 % ihrer Patienten bereits auf Atypika ein, wogegen in Deutschland auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine Vernachlässigung dieser nebenwirkungsärmeren Therapie zu beklagen ist. Die geänderten Richtlinien sind scharfe Munition gegen Psychiater, die Atypika unter Richtgrößenbedingungen bevorzugen.
Soll ich jetzt tatsächlich meine jungen Patienten durch Akathisie und Parkinsonoid unter Haloperidol schicken, bevor ich zu teuren Atypika greife? Ein solches Stufenschema ist für rein ambulante Therapie realitätsfern und nicht evaluiert. Für die Behandung meiner schizophrenen Patienten wäre die Befolgung der Richtlinien eine volle Rolle rückwärts.
PS: Risperdal ist als Depot und Zeldox als parenterale Form verfügbar.
Dr. med. Ulrich Dickmann, Ahlkenweg 143, 26131 Oldenburg
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