ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Mammakarzinom: Nicht nur Richtung Niederlande schielen

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Mammakarzinom: Nicht nur Richtung Niederlande schielen

Dtsch Arztebl 2002; 99(50): A-3397 / B-2860 / C-2661

Balschat, Sabine

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LNSLNS Auch in Deutschland ist die minimalinvasive Diagnostik ein wichtiger Bestandteil der komplexen Mammadiagnostik. Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsien und Vakuumschneidbiopsien werden in unserer Klinik routinemässig eingesetzt.
Die offene Operation an der Brust zur Abklärung einer unklaren Veränderung ist die absolute Ausnahme. Auch die
Schnellschnittdiagnostik, wie Sie sie beschreiben, gehört der Vergangenheit an. Selbst bei hervorragender Qualität der Mammographie wird es immer eine Anzahl nicht eindeutiger, abklärungsbedürftiger Befunde geben. Das liegt nun mal in der Natur dieser Methode. Will man offene Operationen vermeiden, müssen die minimal invasiven Techniken zum Einsatz kommen.
Das Problem besteht aber darin, dass auch den Verantwortlichen der Krankenkassen nicht bekannt zu sein scheint, dass diese Methoden sinnlose Operationen vermeiden, dass sie bei gleicher Sicherheit risikoärmer und kostengünstiger sind. So werden anstandslos die Kosten einer offenen Biopsie getragen, während die Kostenübernahme für eine Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie oder Vakuumschneidbiopsie verweigert wird.
Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Also nicht nur Richtung Niederlande schielen!
Dr. med. Sabine Balschat, Mammazentrum, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, Allendestraße 30, 17033 Neubrandenburg
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