ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Geschichte der Histopathologie
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Medizingeschichte
Spannender Bericht
Georg Dhom: Geschichte der Histopathologie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg u. a., 2001, XV, 812 Seiten, 159 Abbildungen, teilweise in Farbe, 14 Tabellen, 129 €
Heute selbstverständlich: Die Sicherung einer klinischen (Tumor-)Diagnose liefert die Histopathologie. Wer weiß aber, wie es dazu kam? Die Geschichte dieses Faches aufzudecken, Einzelheiten ihrer Entwicklung – in Archiven weit verstreut, versteckt – zu finden, zu sichern, zu ordnen, eine Herkulesarbeit! Hier ist sie souverän geleistet. Und es entstand keine trockene Registrierung. Nein, ein geradezu spannender Bericht liegt vor. Darüber, wie in Frankreich, dem Kernland der naturwissenschaftlich geprägten Medizin, Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst Außenseiter das Mikroskop als Mittel pathologischer Forschung entdeckten. Rudolf Virchow in Berlin und Rokitansky in Wien wurden dann die Größen im deutschsprachigen Raum. Daran orientierte sich damals die Medizin. Die ersten US-Institute für Pathologie in Baltimore und Boston wurden nach deutschem Vorbild gegliedert. Dann entstand die „Surgical Pathology“, heute mit Schwerpunkt im anglo-amerikanischen Raum. Spezialgebiete wie die Gynäkopathologie und die Dermatopathologie grenzten sich teilweise ab, leisteten aber Pionierarbeit.
Alles dies liest und lernt man in den klar gegliederten 14 Kapiteln dieses Buches. Der Wiener Schule ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Unter „Virchows Erben“ werden die Nachfahren auf deutschen und schweizerischen Lehrstühlen verstanden; es sind 53! Den Emigranten und Kriegsopfern, aufgeführt sind zehn, gelten gesonderte Abschnitte. Ein umfassendes Kapitel beschreibt die moderne endoskopische Biopsie und die Punktionshistologie. In den wichtigsten Kapiteln freut sich der Leser an technisch optimal reproduzierten alten Zeichnungen.
So entstand ein in Inhalt und Form einmaliges Meisterwerk für alle Ärzte, denen diejenigen Personen wichtig sind, die die Grundlagen der modernen Histopathologie schufen. Auch hier gilt: Nur wer Geschichte kennt, versteht das Heute. Ekkehard Grundmann
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