ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Das Potenzial der Lipidtherapie wird nicht ausgeschöpft

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Das Potenzial der Lipidtherapie wird nicht ausgeschöpft

Dtsch Arztebl 2002; 99(50): A-3427

RV

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LNSLNS Am Institut für Herzinfarktforschung in Ludwigshafen werden die Daten aller Patienten mit akutem Koronarsyndrom – das sind akuter Myokardinfarkt, instabile Angina oder Non-Q-Wave-Infarkt – in Deutschland im so genannten ACOS-(Acute Coronary Syndrom-)Register gesammelt. In den letzten zwei Jahren wurden darin die Daten von 14 042 Patienten erfasst. Die Hälfte von ihnen (48 Prozent) hatte vor dem Ereignis entweder eine bereits diagnostizierte KHK (früherer Herzinfarkt, PTCA oder Bypass) oder ein KHK-Äquivalent wie Diabetes mellitus, periphere arterielle Verschlusskrankheit oder einen früheren Apoplex.
Das LDL-Cholesterin lag bei 72 Prozent dieser Patienten über 100 mg/dl, bei 43 Prozent sogar über 130 mg/dl. „Weniger als ein Drittel der Hochrisikopatienten nahm einen Cholesterin-Senker ein, wobei insbesondere Diabetiker, ältere Menschen, Schlaganfall-Patienten und Frauen viel zu selten behandelt wurden“, sagte der Leiter des ACOS-Registers, Prof. Jochen Senges (Ludwigshafen), in Düsseldorf.
Erschreckend gering sei zudem der Anteil der Patienten, der unter der lipidsenkenden Therapie den LDL-Zielwert erreicht, fuhr Senges fort. Das LDL-Cholesterin lag lediglich bei knapp 40 Prozent in dieser Gruppe < 100 mg/dl. Bei 31 Prozent der Statin-Patienten wurde sogar ein LDL-Wert von > 130 mg/dl gemessen.
Die verpasste Chance der Lipidtherapie hatte gravierende Folgen für die Patienten. Sie erlitten nicht nur ein möglicherweise vermeidbares akutes Koronarsyndrom, sondern hatten auch eine signifikant höhere Mortalität sowie mehr koronare Komplikationen. Von den Patienten ohne Statintherapie verstarben 7,2 Prozent im Vergleich zu 5,5 Prozent der Statin-Patienten; bei den Koronarkranken beziehungsweise Patienten mit KHK-Äquivalent waren es sogar 10,0 versus 6,3 Prozent (p = < 0,01). RV
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