ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002zum Aktienmarkt: Auf Perlensuche

VARIA: Schlusspunkt

zum Aktienmarkt: Auf Perlensuche

Dtsch Arztebl 2002; 99(50): [80]

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LNSLNS Dass kaum ein Fondsmanager in der Lage ist, den auf seinen Fonds zugeschnittenen Index zu schlagen, pfeifen mittlerweile schon die Spatzen von reichlich vielen Dächern. Eigentlich ist das nicht normal, wie kommt das denn also? Wer beispielsweise einen deutschen Aktienfonds professionell betreut, legt die Messlatte seines Erfolgs so an, dass er möglichst besser abschneidet als der dazugehörige Deutsche Aktienindex DAX.
Fakt ist aber, leider, dass kaum einer der hoch gelobten Experten in der Lage ist, über diese Messlatte zu springen. Der fassungslose Beobachter kann dieses Phänomen in diesem Jahr ganz besonders gut studieren, wo der DAX ziemlich unter die Räder geraten ist, aber die an den DAX gekoppelten Fonds meist ein paar Prozente mehr als der Index selbst verloren haben.
Der Grund ist so schlicht wie lapidar: Die (happigen) Kosten, die der Fonds verursacht hat, schlagen in schwachen Börsenzeiten mit unverminderter Härte zu. Steigen die Kurse, sind gleichwohl die gleichen Gebührensätze relevant, nur dann merkt es halt keiner, wohl aus lauter Freude darüber, dass der Investmentfonds Gewinne erwirtschaftet hat.
Nun folgt jeder leidvollen Erfahrung, so hoffe ich doch wenigstens, die prima Erkenntnis, dass sich viele Anleger sagen, dann muss ich halt wieder auf die ehemals klassische Art und Weise losziehen und meine Aktien selber kaufen. Das ist durchaus keine schlechte Idee, weil
aus dem eben getroffenen Entschluss der Einzelanlage ziemliche Kostenersparnisse herausspringen.
Guter Rat, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Welche Einzelwerte soll der kluge Investor meiden, welche Titel sind verkannte Perlen, die nur ihrer Entdeckung harren? Die Qual der Wahl will ich wenigstens versuchen zu lindern, indem ich Ihnen heute und in der nächsten Ausgabe eine kleine Auswahl von Werten nenne, von denen ich recht überzeugt bin.
In meiner Favoritenliste taucht mit Leoni (WKN 540888) ein alter Bekannter auf. Den Automobilzulieferer habe ich schon mit Kursen um 20 Euro zum Kauf empfohlen. Das gilt bei einer aktuellen Börsennotiz von 30 Euro immer noch. Das M-DAX-Unternehmen hat soeben einen Großauftrag von NMW erhalten, der die eh schon guten Zahlen von Leoni weiter vergolden dürfte. Mein Kursziel ziehe ich auf 50 Euro hoch, auf Sicht von 18 Monaten.
Eine Perle der besonderen Art glaube ich in Salzgitter (WKN 620200) gefunden zu haben. Der Titel besticht für meinen Geschmack durch Profitabilität sowie einen enormen Substanzwert, und die Dividendenrendite ist auch nicht zu verachten. Mit einem Wort: Ein Juwel, gleichwohl unbeachtet, liegt in der Auslage. Wer zugreift, kann sich vielleicht in ein, zwei Jahren ein schönes Weihnachtsfest selbst bescheren. Wohl bekomm’s.
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