ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2002Gesamtverband: Präsident verneint Krise

Versicherungen

Gesamtverband: Präsident verneint Krise

Dtsch Arztebl 2002; 99(50): [78]

Combach, Rolf

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LNSLNS Das laufende Jahr geht an die Substanz vieler Lebensversicherungen. Denn von den Kursrückschlägen des 11. Septembers 2001 haben sich die Börsen bis heute nicht erholt. Das werden vor allen Dingen die Kunden der Lebensversicherungen zu spüren bekommen. Sie können nicht mehr mit so hohen Erträgen wie in den Vorjahren rechnen.
Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dr. Bernd Michaels, sagte vor Journalisten in Berlin, dass es für das vergangene Jahr eine durchschnittliche Nettogutschrift von 6,1 Prozent auf die Lebensversicherungsverträge geben werde. Die Branche rechnet damit, dass die Überschussbeteiligung im nächsten Jahr um durchschnittlich einen Prozentpunkt auf fünf Prozent sinken wird. Trotz der Absenkung böten die Versicherungen wegen der geringen Inflationsrate immer noch eine Realverzinsung von drei bis vier Prozent, betonte Michaels. Das sei im wohl schlechtesten Börsenjahr der deutschen Nachkriegsgeschichte immer noch ein beachtliches Ergebnis.
„Eine Krise wie sie von vielen herbeigeredet wird, gibt es nicht“, betonte Michaels. Es verwundere aber nicht, dass die Lebensversicherung in den vergangenen Monaten den wildesten Gerüchten ausgesetzt gewesen sei. Leider könne man nicht ausschließen, dass interessierte Institute aus Wettbewerbsgründen durch die Veröffentlichung zweifelhafter, weil nicht nachprüfbarer Analysen, an einer Dramatisierung der Lage interessiert sind.
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes wagte Michaels eine Prognose für das kommende Jahr. Für die Lebensversicherung sagte er wegen des anhaltenden Kursverfalls an den Aktienmärkten einen Trend zu mehr Sicherheit in der privaten Altersvorsorge voraus. Daher sei in der Lebensversicherung ein Beitragswachstum von 3,5 Prozent und in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung von sechs Prozent wahrscheinlich. Schaden- und Unfallversicherung würden nur einen Beitragszuwachs von zwei Prozent erreichen. Für die Branche insgesamt erwartet der GDV ein Wachstum von drei Prozent. Rolf Combach
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