ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2002Wissenschaftliches Publizieren - Umstritten, aber etabliert – der Impact Factor: Auf den Punkt gebracht

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Wissenschaftliches Publizieren - Umstritten, aber etabliert – der Impact Factor: Auf den Punkt gebracht

Stöhr, Manfred

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LNSLNS Den Autoren gebührt das Verdienst, ein wichtiges Thema aufgegriffen und auf den Punkt gebracht zu haben. Es erscheint reichlich unsinnig, wenn die Bewertung der wissenschaftlich tätigen Mediziner nicht mehr danach erfolgt, wie ihre Publikationen aussehen, sondern danach, wo diese erfolgen. Für eine Veröffentlichung in Muscle and Nerve gibt es eine vielfach höhere Bewertung als für eine Veröffentlichung in der aktuellen Neurologie – völlig unabhängig von der Güte der Arbeit, also auch, wenn es sich um weitgehend dieselbe Arbeit handelt.
Noch merkwürdiger ist die Heranziehung des Zitationsindex: Je häufiger eine Arbeit zitiert wird, umso größer ist der Ruhm des Autors. Dabei sollte jedem klar sein, dass Themen wie Diabetes mellitus oder Schlaganfall von viel mehr Kollegen beachtet und damit häufiger zitiert werden als Arbeiten über mitochondriale Myopathien oder Myoklonus-Epilepsien. Über die Qualität dieser Arbeiten sagt dies nicht das Geringste aus, sondern lediglich über die Beliebtheit des Themas. Schließlich besteht die Tendenz, Arbeiten in deutscher, französischer, italienischer usw. Sprache nicht zu zitieren, selbst wenn erkennbare Anleihen daraus erfolgten und wenn deren Qualität bisweilen höher ist als die mancher der zitierten englischsprachigen Publikationen.
Prof. Dr. med. Manfred Stöhr,
Klinikum Augsburg, Neurologische Klinik,
Postfach 10 19 20, 86009 Augsburg
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