ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2002Beratung: Kritik ist berechtigt
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LNSLNS Man hat den Eindruck, dass das Ganze System hat: Ausführliche Beratungsziffern, wie die Ziffer 34, aber auch die Ziffer 15 GOÄ werden ganz offensichtlich routinemäßig zunächst in jeder Rechnung gestrichen. Es wird eine ausführliche Begründung der Abrechnung dieser Ziffern gefordert.
Damit wird zum einen der Patient verunsichert, weil der Eindruck entsteht, der Arzt hätte hier möglicherweise falsch abgerechnet. Zum anderen wird ein erheblicher Verwaltungsaufwand produziert, weil sich der Patient Hilfe suchend an seinen Arzt wendet und darum bittet, diese ausführliche Begründung der Abrechnung für die Krankenkasse zu erstellen. Damit steht dann der Arzt vor der Wahl, entweder diese Begründung der Abrechnung vorzunehmen und den Sachverhalt ausführlich darzulegen oder aber dem Patienten mitzuteilen, dass er halt mit seiner Krankenkasse Pech gehabt hat. Die zeitaufwendige Begründung der Abrechnung wird er wiederum dem Patienten so ohne weiteres nicht in Rechnung stellen können, da es sich ja nicht direkt um eine Anfrage der Krankenkasse an den Arzt handelt und eine Abrechnungsziffer für eine Begründung der Abrechnung auch in der GOÄ nicht aufgeführt ist. Also ist entweder der Arzt der Dumme, der sich hier für den Patienten in der Auseinandersetzung mit der Postbeamten-B-Krankenkasse vor den Karren spannen lässt, oder der Patient ist der Dumme, der natürlich ohne Hilfe des Arztes und ohne Kenntnis der Abrechnungsbestimmungen der GOÄ die erforderliche Begründung nicht erstellen kann.
Eine Sauerei ist es aber, dass die Postbeamten-B-Krankenkasse ganz offensichtlich diese Umstände ausnutzt, um hier auf Kosten von Arzt und Patient ein paar Mark einzusparen.
Die routinemäßige Streichung der Ziffern 34 und 15 GOÄ mit der Forderung einer ausführlichen Begründung beinhalten die grundsätzliche Unterstellung, dass die Abrechnung dieser Ziffern gemäß GOÄ unrechtmäßig erfolgt. Ganz offensichtlich spekuliert die Postbeamten-B-Krankenkasse darauf, dass sich ein Großteil der gestrichenen Fälle dadurch erledigt, weil Patient und/oder Arzt den mit einer Begründung einhergehenden Arbeitsaufwand scheuen.
Dr. Eckhard Jentsch, An den Sperrwiesen 8, 91782 Weißenburg
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