ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2002Gesundheitssystem: Unbezahlbare Vorstellungen
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LNSLNS . . . Folgt man diesen Vorstellungen, werden wir bald ca. 100 % unseres Einkommens in die GKV einbezahlen – und auch damit nicht auskommen! Solche Herren – als Gutachter bestellt – haben wohl auch deutsche Richter dazu veranlasst, Sozialämter zu verurteilen, Kindern von Sozialhilfeempfängern auf Steuerkosten Edelschulranzen der Firma „Scout“ zuzusprechen, damit sie sich nicht sozial bloßgestellt fühlen. Die Arztkinder, deren Eltern u. a. dieses Geld erarbeiten müssen, dürfen sich ruhig durch normale Schulranzen outen. Aber zurück zum Gesundheitssystem: Natürlich geht es nicht darum, „der lebensbedrohlich Magersüchtigen“ oder „dem schwer aufmerksamkeitsgestörten Kind“ jede ärztliche Hilfe vorzuenthalten. Das Gesundheitswesen ist aber nun mal nicht in der Lage, „das Verschwinden sozialer Netzwerke“ zu „kompensieren“, und es ist auch nicht seine Aufgabe. Nicht jedes gesellschaftliche Problem ist durch Therapeuten angehbar. Etwas dürfen wir auch ruhig anderen Berufsgruppen überlassen – davon gibt es erstaunlich viele.
Dr. med. Rainer Voß,
Birkenweg 3, 67125 Dannstadt

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