ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1996Hausärzte sind Fachmediziner und „Seelsorger“

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Hausärzte sind Fachmediziner und „Seelsorger“

Manthei, Ulfhard

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LNSLNS STOCKHOLM. Die gesellschaftlichen Veränderungen in Europa werden sich tiefgreifend auf die Anforderungen an die medizinische Grundversorgung und die Beziehungen zwischen den Hausärzten auswirken. Wie auf dem 3. Europäischen Kongreß der Familienmedizin in Stockholm berichtet wurde, werden die Veränderungen im wesentlichen durch zwei Trends ausgelöst. Zum einen wird von den Hausärzten allmählich selbst die Initiative zur organisatorischen und vor allem auch inhaltlichen Gestaltung ihrer ständigen Fortbildung übernommen. Diese orientiert sich in wachsendem Maße an den tatsächlichen Anforderungen an die Praxis und nimmt immer mehr einen lernaktiven Charakter an. Zweitens erfordert die Qualitätssicherung einen Wandel im professionellen Verhalten. Denn die Bereitstellung von Fortbildungskapazitäten hilft nur wenig, wenn es den Ärzten nicht gelingt, das neu erworbene Wissen in die tägliche Praxis einfließen zu lassen. Zur Sprache kam in Stockholm auch, daß der Hausarzt nicht nur als "reiner Fachmediziner" gesehen werden darf. Als eine wichtige Konsequenz ergab sich folgendes: Der Hausarzt darf seinen Patienten nicht nur körperlich partiell und gesellschaftlich isoliert betrachten, er muß vielmehr jeden einzelnen Patienten verstärkt als eine somatisch-psycho-soziale Ganzheit erfassen und dabei faktisch auch eine "seelsorgerische Funktion" ausüben. Ulfhard Manthei
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