ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2002zum Investmentclub Börsebius: Im Trockendock

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zum Investmentclub Börsebius: Im Trockendock

Dtsch Arztebl 2002; 99(51-52): [76]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Schon seit geraumer Zeit sehen viele Anleger ihre Wertpapierdepots dahinsiechen. In den letzten Wochen beklagen viele Anleger eine Zuspitzung ihrer Verlustpositionen. Nicht wenige berichten von Verlusten im zweistelligen Prozentbereich, von einem Fünftel Wertminderung, von Vermögenshalbierung oder noch Schlimmerem.
„Wie haben Sie denn eigentlich mit Ihrem privaten Investmentclub abgeschnitten?“ Diese Frage wurde mir besonders im letzten Quartal dieses Jahres ziemlich häufig gestellt, und erst recht wollten viele Anrufer wissen, ob wir denn auch in schlechten Zeiten wie diesen Rede und Antwort stehen können und wollen.
Um das gleich zu bejahen, selbstverständlich berichten wir auch über unseren Investmentclub, wenn die Großwetterlage stürmisch ist. Dabei ist es natürlich wichtig, die Messlatte richtig anzulegen. Nach unserer Satzung dürfen wir maximal ein Drittel des Vermögens in Aktien anlegen. Gemessen an der Tatsache, dass der deutsche Aktienindex DAX von seinem Höchststand bis heute rund 42 Prozent verloren hat, wäre insoweit ein Gesamtverlust von 14 Prozent etwa im Rahmen des Vertretbaren.
Genau diese Marke haben wir bisher erreicht, wobei je nach Einstiegszeitpunkt und zwischenzeitlichen Zuzahlungen oder Entnahmen leichte Abweichungen nach oben oder unten auftreten können. Das heißt also, dass auch wir uns dem Negativszenario nicht entziehen konnten, unterm Strich aber immer noch deutlich besser abschneiden konnten als viele andere. Neben der konservativen Depotstruktur haben uns auch die günstigen Kosten einigermaßen heil über die Runden gebracht.
Wahr ist gleichwohl, dass dieses Jahr ein sehr schwieriges Anlageumfeld darstellte, weil sich die Rahmenbedingungen ständig veränderten. Die anhaltend schlechte Weltkonjunktur und politische Risiken wie Irak und Rot-Grün brachten die Finanzmärkte immer mehr unter Druck. Die Börsen sowohl weltweit als auch hierzulande befinden sich in einer beispiellosen Baisse, und das seit nun über zwei Jahren mit einer deutlichen Verschärfung der Situation im zweiten Halbjahr 2002.
Wir wollen mit einer noch vorsichtigeren Haltung in das neue Jahr gehen, will heißen, keine Erhöhung der Aktienquote, quasi im Trockendock abwarten, bis sich die stürmischen Winde gelegt haben. Eine Erholung sehen wir aber durchaus bis zur Jahresmitte 2003. Bis dahin ist Geduld und Demut erste Bürgerpflicht.
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