VARIA: Post scriptum

Trompetensolo

Pfleger, Helmut

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Der Gynäkologe Dr. Dr. med. H. Schlächter aus Remscheid, Teilnehmer beim letzten Ärzteturnier im Frühjahr in Bad Neuenahr, war vor 15 Jahren schon einmal im selben Kurhausfestsaal, in dem das Turnier stattfand. Damals jedoch anlässlich des 50. Geburtstags eines prominenten Remscheider Fabrikanten. 400 geladene Gäste, Lena Valaitis mit ihrer Band, Remscheider Männerchor, brasilianisches Ballett, Bauchredner et cetera – und schließlich ein Ständchen von Dr. Schlächter auf der Trompete. Großes Erstaunen, dann Begeisterung im Saal: Frauenarzt, den meisten bekannt, spielt Trompete. Nein – so was! Der Jubilar ist ergriffen, umarmt ihn, eilt zum Mikrophon und fordert alle auf, für den „Bergischen Verein für Gesundheit von Mutter und Kind“, dessen Vorsitzender Dr. Schlächter ist, zu spenden. Als „Gage“ schleppt er schließlich 25 000 Mark nach Hause.
Schachlich war er diesmal allerdings nicht so erfolgreich wie mit der Trompete, vielleicht ist Schach ja zu leise.
Auch Dr. med. Stefan Hehn kam erwartungsvoll zu seinem x-ten Ärzteturnier. Er schreibt: „Es ist ein freudiges Wiedersehen. Aber ach, sind die Kollegen alt geworden. ,Der Hehn aber auch‘, lese ich in den Augen der Freunde. Es ist wie in meiner Praxis. Ich bin mit meinen Patienten älter geworden. Die Patientenkrankheiten ähneln verdächtig meinen Beschwerden. Die Schachspieler machen auf beängstigende Art und Weise dieselben Fehler wie ich. Viel Glück wünsche ich allen, aber nicht, wenn sie gegen mich spielen. Hoffentlich haben sie seit dem letzten Jahr nichts dazugelernt.“ Haben sie leider doch. Zum guten Ausklang wütet der Kollege aus Grünkraut (Millionenfrage: Wo ist das?) unter seinen Gegnern und fährt mit 50 Prozent der Punkte zufrieden gen Grünkraut. Und obendrein als Zuckerl mit einem verdienten Remis im Blindsimultan gegen Großmeister Vlastimil Hort, was diesen zur Feststellung nötigt: „Die Ärzte spielen wirklich säär gut!“
Das tut bekanntlich auch Dr. med. Matias Jolowicz. Sehen Sie, wie er mit einer herrlichen Kombination als Schwarzer am Zug die bei ihm sicher nicht schnöde verlorene, sondern kühn geopferte Dame zurückeroberte und danach klar auf Gewinn stand?

Lösung:
Auftakt zum weißen König schwindlig machenden Figurentanz des Schwarzen war das Läuferschach. 1. . . . Le3+! Nach 2. Kh1 Lxg2+ 3. Kxg2 Tf2+ 4. Kh3 opferte sich sogar noch der Turm: 4. . . . Txh2+!, um nach der erzwungenen Opferannahme mit 5. Kxh2 (5. Kg4 h5+ nebst Matt) durch die Springergabel 5. . . . Sf3+ die Dame zurückzugewinnen und aufgrund des Doppelangriffs auf Turm c1 und Springer c5 siegbringend noch mehr Material zu erobern.
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