ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2003Kassenärzte: Etappenziel erreicht

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Kassenärzte: Etappenziel erreicht

Dtsch Arztebl 2003; 100(1-2): A-1 / B-1 / C-1

Maus, Josef

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LNSLNS Provisorien erweisen sich mitunter als zählebig. Die Praxisbudgets der niedergelassenen Vertragsärzte, 1998 nur als Übergangslösung zu einer neuen Gebührenordung konzipiert, haben es gut fünf Jahre geschafft. Am 1. Juli werden sie endgültig aus dem Verkehr gezogen. Beschlossen hat dies der Erweiterte Bewertungsausschuss, das Bundesschiedsamt der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
Die Entscheidung bedeutet mehr als nur das Aus für die Praxisbudgets. Sie kann zugleich als ein Signal dafür angesehen werden, dass die Zeit der undifferenzierten Budgetierung der ärztlichen Honorare zu Ende geht. Unter den Praxisbudgets waren die Kassenärzte zuletzt gezwungen, rund 13 Prozent ihrer Leistungen unentgeltlich zu erbringen.
An die Stelle der Praxisbudgets soll der EBM 2000plus treten. Das wird aber kaum bis zum 1. Juli gelingen, weil die Vorstellungen zur Bewertung der ärztlichen Leistungen noch weit auseinander klaffen. Die Kassen wollen sparen, die KBV will eine angemessene Vergütung.
Die Chancen für einen neuen EBM stehen jedoch nicht schlecht, weil die Vergütungsfrage nicht lange offen bleiben kann. Einstweilen hat man sich darauf verständigt, dass die Leistungsmenge nach Abschaffung der Praxisbudgets höchstens fünf Prozent über der des Vorjahresquartals liegen darf.
Beim Feilschen um Euro und Cent haben die Ärzte letztlich ein gutes Argument: Der EBM 2000plus baut auf einem schlüssigen Standardbewertungssystem auf, das betriebswirtschaftlich kaum anfechtbar ist. Dem werden sich die Krankenkassen stellen müssen. Willkürliche Abwertungen helfen da nicht weiter. Josef Maus
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