ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2003Politik – Was bedeutet: „So wahr mir Gott helfe“?

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Politik – Was bedeutet: „So wahr mir Gott helfe“?

Dtsch Arztebl 2003; 100(1-2): A-28 / B-26 / C-26

Rocholl, Horst

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LNSLNS Ich hätte mich nicht gewundert, wenn ich diesen Leserbrief im Kirchenblatt einer Kleinstadt gefunden hätte, aber er war im DÄ zu lesen.
Ich bin kein Schröder-Fan, ebenso wenig wie ich von Kohl begeistert war. Aber ist die Zahl der Ehen eine Messlatte für Politiker? Sicher wird Gott Schröder nicht helfen, aber hat er etwa Kohl geholfen, und ist damit zu rechnen, dass er Bush helfen wird? Hilft er nicht seit jeher den stärkeren Bataillonen?
Beim Leichenschmaus nach der Beisetzung einer von mir sehr verehrten Tante, sie war nur zehn Jahre vor mir auf die Welt gekommen, erklärte mir die Pastorin, es komme nicht darauf an, dass ich glaube, sondern dass ich glaubhaft sei. Das erinnerte mich an das russische Sprichwort: „Eine fremde Seele ist ein dunkler Wald“ und an den Satz aus dem Neuen Testament, der vor denen warnt, die auf der Straße beten.
Die Formel „so wahr mir Gott helfe“ bedeutet, so verstehe ich sie, keine Bekräftigung der Verpflichtung zu gewissenhafter Pflichterfüllung, sondern die Hoffnung darauf, dass sie von Erfolg gekrönt sein werde. Sie setzt voraus, dass der, der sie ausspricht, daran glaubt, dass sein Handeln von Gott gelenkt wird. Ich kenne Gläubige, die nicht daran glauben und von dem Spruch: „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“ nur den ersten Halbsatz gelten lassen.
Dr. med. Horst Rocholl, Usedomstraße 13, 15366 Neuenhagen
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