ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2003Schnellschnitte: Kontraindiziert

BRIEFE

Schnellschnitte: Kontraindiziert

Dtsch Arztebl 2003; 100(1-2): A-31

Brinkmann, Jochen

Zur Benutzung von Einsatzzeichen bei Fahrten wegen Probeentnahmen zur Pathologie:
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LNSLNS Von unserem Hause draußen vor der Stadt aus lassen wir die Schnellschnitte und Probeentnahmen über viele Kilometer mit dem Taxi transportieren. Nun erfahre ich durch Zufall, dass in hiesigem Stadtgebiet die Schnellschnitte teils mit Einsatzzeichen gefahren werden. Angesichts einer deutlich erhöhten Unfallrate der Fahrten mit Einsatzzeichen gegenüber einer Normalfahrt (1 zu 8 bis 1 zu 10) erscheint mir die Nutzung der Einsatzzeichen, wie in vielen anderen Fällen, kontraindiziert. Nicht einmal die Lärmbelastung lässt sich rechtfertigen.
Die einzige medizinische Indikation sehe ich im ungeduldig wartenden Chirurgen und dem gelangweilten Anästhesisten. Die reicht aber meines
Erachtens nicht aus, um Menschenleben zu riskieren. Am Ort haben wir unter Einsatzzeichen in den letzten Jahren mehrere schwere Unfälle auch mit Personenschaden verzeichnen müssen, so-dass die Anordnung einer jeden Einsatzfahrt durch Ärzte oder deren Hilfspersonal einer sorgfältigen Überlegung wert ist.
Die Länge der Narkose kann es nicht sein, wird doch eine besonders weiche und vorsichtige Ausleitung derselben immer mit einer Verlängerung der Anästhesie verbunden sein. Zudem ist die Wartezeit auf den Chirurgen, unterschiedlich je nach Haus, dem Zeitgewinn durch Einsatzzeichen durchaus zu vergleichen.
Kennt jemand valide Indikationen, unter denen Schnellschnitte mit Einsatzzeichen zu transportieren sind?
Jochen Brinkmann,
Knollstraße 65, 49088 Osnabrück
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