ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2003Internationale Möbelmesse 2003: High-Tech in der Sofalandschaft

VARIA: Technik

Internationale Möbelmesse 2003: High-Tech in der Sofalandschaft

Dtsch Arztebl 2003; 100(1-2): A-52 / B-50 / C-49

Bantle, Frank

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Möbelbranche und insbesondere die Office-Einrichter sind zurzeit unzufrieden. In Zeiten schlechter Konjunktur sparen Kunden auch im Interieurbereich. Schon die im Herbst durchgeführte „Orgatec“, die sich ausschließlich dem Büromöbelmarkt widmet, hatte Umsatzeinbußen und das Fernbleiben einiger Aussteller zu verkraften.
Die Innovationsfähigkeit der Designer ist von der derzeitigen Situation nicht betroffen – ganz im Gegenteil: Die Bedürfnisse des neuen Marktes — zum Beispiel nach multifunktionalen Möbeln zu einem guten Preis — fordern die Kreativen heraus. Schwerpunkte bei den Novitäten bilden modulare Interieurlösungen, bequeme Sofa- und
Sitzgelegenheiten für den Lounge-Stil sowie Möbel, die der wachsenden Anzahl der Home-Office-Nutzer und Freiberufler in kleinen Büros weiterhelfen.
Viel Farbe ins Spiel bringen die Polstermöbel. Das bequeme Herumsitzen, gerne auch auf flachen Sitzgelegenheiten am Boden, entspricht dem Zeitgeist, und so sind die Entwürfe in Orange, Pink oder Lila gehalten. Opulente Sofa-Landschaften sucht man vergebens. Stattdessen können Kunden aus verschiedenen Modulen ihre individuelle Lounge zusammenstellen. Zukunftsvisionen stellt das Team von Philips Design in Kooperation mit dem italienischen Designbüro Felicerossi vor, ihr Prototyp „04 Plugged“ besteht aus vier Matratzen, verschiedenen Arm- und Rückenlehnen, variablen Beistelltischen, Lampen, einem Web-Pad (Bildschirm mit Ladeeinheit für den Internetzugang) und einem Projektor für Decken- und Wandprojektionen – alles in kubistischen, zeitlosen Formen und Farben. Basis für den Entwurf war das „vernetzte Haus“ und die Integration verschiedener Funktionen (Fernsehen, Arbeiten, Ruhen, Geselligkeit) in einem Möbelstück. Seit längerem beschäftigen sich Hersteller und Designer mit der Frage, wie Individualität und Komfort mit den Anforderungen an ein Home- Office kombiniert werden können. Was beim Modell „Q4 Plugged“ so beeindruckt, ist der Variantenreichtum. Denn die einzelnen Module der Polsterlandschaft lassen sich zum Beispiel zu einer großen Liegezone zusammensetzen, zu getrennten Solitären montieren, sie können aber auch als klassisches Sofa mit Rückenlehne eingesetzt werden. Die Vernetzung erfolgt auch auf elektronischer Ebene: Ein Hocker hat einen Stromanschluss, um die Gesamtumgebung mit einer Netzsteckdose zu verbinden. In den Armlehnen eingebaut sind außerdem ein CD-Player beziehungsweise Lautsprecher. „Q4 Plugged“ ermöglicht es seinen Nutzern, auf ein Sofa konventioneller Prägung, auf ein Gästebett, auf einen Hifi-Turm und eine Arbeitsecke für den Internetzugang zu verzichten. In die gleiche Richtung entwickelt wurde auch das Möbel „Coffice“ des österreichischen Herstellers bene. In dem Set verschmelzen Café und Office. Eine Plugbox mit Netz- und Stromanschluss ist ebenso integrierbar wie eine schwenkbare Flatscreen-Halterung. Das modern konzipierte Möbel kann sowohl in privaten wie auch in geschäftlichen Räumen platziert werden.
Überhaupt konzipieren immer mehr Hersteller Möbel so, dass sie möglichst universell eingesetzt werden können. Gerade bei Thekenelementen, verstellbaren Tischen/Arbeitsplatten oder Sitzgelegenheiten lässt sich kaum erkennen, ob der Entwurf für das Eigenheim oder für die Praxis gestaltet wurde. „Trend ist, dass es keinen einheitlichen Trend gibt“, sagt Lothar Weinmiller, Geschäftsführer im Bundesverband des Deutschen Möbelfachhandels.
Lediglich die Küchenausstatter bestätigen, dass die Käufer in diesem Segment konsumfreudig sind. Die Halle 14.1 steht unter dem Motto „imm cuisinale“. Dort präsentieren sich Küchenanbieter wie Zeyko oder Leicht mit Herstellern von Einbaugeräten. In dieser Halle finden Veranstal-
tungen und Demonstrationen für Besucher statt. (Die Publikumstage der Internationalen Möbelmesse sind am 18. und 19. Januar von 9–18 Uhr. Die Tageskarte kostet zehn Euro.) Frank Bantle
Variantenreichtum ist ein Merkmal des Modells „Q4 Plugged“ – einmal als Liegewiese (oben) und Sitzgruppe (unten) gestaltet.
Variantenreichtum ist ein Merkmal des Modells „Q4 Plugged“ – einmal als Liegewiese (oben) und Sitzgruppe (unten) gestaltet.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema