ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2003Herpes zoster: Die Schmerz-Prävention hat Vorrang

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Herpes zoster: Die Schmerz-Prävention hat Vorrang

Dtsch Arztebl 2003; 100(1-2): A-54

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Eine Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus, die in der Kindheit meist unkompliziert in Form von Windpocken verläuft, hat beim Erwachsenen eine schwere Erkrankung zur Folge: Herpes zoster. Gefürchtet sind vor allem die postzosterischen Schmerzen. Sie zu verhindern ist die wichtigste Aufgabe in der Betreuung von Zoster-Patienten. Das gelänge heute mithilfe neuer Virostatika zunehmend besser – vorausgesetzt, die Behandlung beginnt frühzeitig, betonte Prof. Gerd Gross (Rostock) in München.
Bekommt der Arzt den Patienten mit frischem Zoster innerhalb 72 Stunden nach Aufschießen der ersten Bläschen zu sehen, reduzieren moderne Virostatika wie Brivudin (Zostex®) den akuten Schmerz und mindern auch den Post-Zoster-Schmerz. In den Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie sind Virostatika wie Valaciclovir, Famciclovir, Aciclovir und Brivudin ein fester Bestandteil der Therapie, wobei Brivudin den Vorteil hat, dass es nur einmal täglich eingenommen werden muss. Die Standard-Dosis von 1 × 125 mg/Tag sieben Tage lang erweist sich bezüglich Bläschenstopp und Linderung des Akutschmerzes wirksamer als 5 × 800 mg/Tag Aciclovir über sieben Tage.
Ist der Patient jünger als 50 und ist der Zoster an Körperstamm oder Extremitäten ausgebrochen, besteht nur eine relative Indikation für die antivirale Chemotherapie. In allen anderen Fällen bestehe aber eine dringende Indikation für Virostatika, betonte Prof. Peter Wutzler (Jena).
Wenn die Schmerzen noch nach einem Monat persistieren, ist eine pharmakologische Schmerztherapie oder eine transkutane Elektrostimulation beziehungsweise Hautreizung indiziert. Zur systemischen Therapie eignen sich bei konstanten Schmerzen Antidepressiva wie Amitriptylin oder Desipramin. Ist der Schmerz mehr stechend, wird Carbamazepin empfohlen. Lässt sich damit der Schmerz nicht eingrenzen, können alternativ die Antidepressiva Nortriptylin oder Maprotilin versucht werden. Zur topischen Schmerztherapie empfiehlt Prof. Sawka W. Wassilew (Krefeld) die Applikation von Lidocain, Lidocain-Prilocain oder Capsaicin. Siegfried Hoc

Fachpressegespräch „Moderne Therapie des Herpes zoster: Ergebnisse einer Konsensuskonferenz“ der Firma Berlin-Chemie AG in München
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