ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2003Diagnostik und Therapie psychischer Störungen

BÜCHER

Diagnostik und Therapie psychischer Störungen

PP 2, Ausgabe Januar 2003, Seite 2

Gaebel, Wolfgang; Müller-Spahn, Franz

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LNSLNS Psychische Störungen
Dem Anspruch nur teilweise gerecht geworden
Wolfgang Gaebel, Franz Müller-Spahn (Hrsg.): Diagnostik und Therapie psychischer Störungen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2002, XVI, 1345 Seiten, 117 Abbildungen, 534 Tabellen, gebunden, 129 €
„Die komplette Psychiatrie und Psychotherapie in einem Lehrbuch“ verspricht die Verlagsbroschüre zu diesem neu erschienenen Werk. Dem hohen Anspruch wird das Buch aber nur teilweise gerecht. Die Fachkompetenz von mehr als 60 Autoren gewährleistet wohl eine Vielzahl fachlich fundierter, anspruchsvoller Abhandlungen zu psychischen Störungsbildern und den wissenschaftstheoretischen und methodischen Grundlagen der Psychiatrie. In wesentlich knapperer Form werden auch die gängigsten psychotherapeutischen Techniken beschrieben. Didaktische Stringenz, stilistische und grafische Umsetzung lassen leider an vielen Stellen zu wünschen übrig und schmälern die Brauchbarkeit des Buches für den praxisorientierten Leser.
Der Hauptteil ist konsequent nach Diagnosen gegliedert; Leitlinien und Behandlungsalgorithmen zu verschiedenen Erkrankungen sind am Ende des Buches in einem eigenen Kapitel aufgeführt, was den Leser zu häufigem Hin- und Herblättern zwingt. Querverweise werden nur in Form von Kapitelnummern und nicht anhand von Seitenzahlen gemacht, was das Suchen ebenfalls erschwert. Sprachlicher Stil und didaktische Zielstrebigkeit der Kapitel sind uneinheitlich. Gut lesbare und didaktisch gut aufbereitete Artikel sind ebenso vertreten wie Aufsätze mit betont wissenschaftlicher, teilweise sperriger Ausdrucksweise und einem Übergewicht theoretischer Einleitungen. Das Seitenlayout des Buches wirkt grob und unbeholfen. Satzfehler selbst in zentralen Tabellen machen diese schwer verständlich und bestätigen den Eindruck mangelnder Sorgfalt in der grafischen/layouterischen Realisierung. Fotografische Schwarz-Weiß-Reproduktionen und Infografiken wurden nur an wenigen Stellen verwendet und sind teilweise mangelhaft. Die Ausführungen zur Bildgebung und zur Trichotillomanie blieben ganz ohne Abbildungen. Auch kasuistische Darstellungen fehlen.
Erfreulich ist die Berücksichtigung von Entspannungsverfahren, Psychoedukation, Musik- und Tanztherapie und psychiatrischer Pflege in eigenen Kapiteln. Das praxisorientierte Kapitel über psychiatrische Notfälle dürfte ebenfalls beim Leser willkommen sein. Thomas Heim
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