ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2003Überblick Tagebuchverfahren: Forschungs- und Entwicklungsbedarf

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Überblick Tagebuchverfahren: Forschungs- und Entwicklungsbedarf

PP 2, Ausgabe Januar 2003, Seite 27

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LNSLNS Tagebuchverfahren haben sich in den letzten zehn Jahren als wichtige Methode in der Klinischen Psychologie und Psychotherapie bewährt. Unterschieden werden zwei Spielarten: Tagebücher als standardisierte Methodik zur täglichen oder ereignisbezogenen Selbstaufzeichnung und solche in der Art von unstrukturierten „Selbstenthüllungsdokumenten“. Die erste Gruppe ist am weitesten verbreitet und wird vor allem im klinischen Bereich eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren in einem Review über Entwicklungsstand, methodischen Standard und Einsatzmöglichkeiten quantitativer Tagebuchverfahren. Allein zu Schmerzstörungen gibt es 16 und zu psychophysiologischen Reaktionen/Symptomatiken 15 Verfahren. Jeweils sieben Verfahren beziehen sich auf die Bereiche Essverhalten/Diät/Essstörung, Stimmung/Befindlichkeit sowie gesundheitsbezogene Aktivitäten. Darüber hinaus gibt es auch noch einige Verfahren zur sozialen Interaktion (5), zu Stress/Coping (5), zu Angststörungen (4) und zur Krankheitsverarbeitung (4). Für einige Störungen gibt es bis jetzt nur wenig oder keine Tagebuchverfahren, bemängeln die Autoren. Beispielsweise für Alkoholismus, Depressionen, Selbstwert- und Kompetenzprobleme sowie Zwänge. Weiter wird kritisiert, dass die psychometrische Qualität vieler Verfahren noch wenig bis gar nicht belegt ist. Auch nutzten viele Instrumente die Möglichkeiten moderner Technologie (Mikro-Computer, Palm-Top) noch nicht ausreichend. ms

Thiele C, Laireiter A-R, Baumann U: Deutschsprachige Tagebuchverfahren in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2002; 31: 3: 178–193.

Prof. Dr. U. Baumann, Universität Salzburg, Institut für Psychologie, Hellbrunnerstraße 34, A-5020 Salzburg,
E-Mail: urs.baumann@sbg.ac.at
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