ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2003Depressionen: Methodenvielfalt wird blockiert

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Depressionen: Methodenvielfalt wird blockiert

PP 2, Ausgabe Januar 2003, Seite 31

Bämayr, Argeo

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LNSLNS Das positive Ergebnis des evidenzbasierten Wirksamkeitsnachweises nahezu aller spezifischen Psychotherapieverfahren ist nicht verwunderlich, lehrt doch die Praxis, dass bei Depressionen nicht die Diagnose isoliert behandelt wird, sondern der Patient in seiner Gesamtheit im Kontext zu seiner Biografie und Umwelt, und dass sich die Psychotherapieverfahren unabhängig von der
Psychotherapieschule mit zunehmender Praxis immer mehr ähneln. Untersuchungen über die Anwendung mehrerer Methoden der Depressionsbehandlung am einzelnen Patienten scheint es dennoch wohl nicht zu geben, obwohl diese „Methodenvielfalt“ gängig praktiziert wird. Nur die Verantwortlichen für die Psychotherapierichtlinien scheinen dies noch nicht begriffen zu haben oder wollen dies nicht wahrhaben und bestehen unbeirrbar auf der Anwendung von nur einem Verfahren pro Patient, entweder der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der Psychoanalyse. Therapien von Psychotherapeuten, die die Methodenvielfalt ehrlich im Gutachterverfahren beantragen, werden folglich formal korrekt, aber inhaltlich völlig ungerechtfertigt, abgelehnt.
Dr. med. Argeo Bämayr, Bahnhofstraße 17, 96450 Coburg
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