ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2003Richtlinien: Kritische Fragen umgangen
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LNSLNS Jeder Kollege, der mit der Diskussion um die wissenschaftliche Anerkennung von Psychotherapieverfahren vertraut ist, wird bestätigen können, dass es gut gelungen ist, die wirklich kritischen Fragen, die an den WBP zu richten sind, zu umgehen. Für eine nächste Gelegenheit ein paar Hinweise:
Wie kommt es eigentlich, dass der WBP sich anhand wissenschaftlich und rechtlich höchst umstrittener Kriterien mit der Wirksamkeit von Psychotherapieverfahren befasst, anstatt – gemäß seinem Auftrag – mit deren Wissenschaftlichkeit, was ja nicht dasselbe ist?
Wie steht der WBP zu der Kritik, dass er sich mit seiner Spruchpraxis außerhalb des Heilberufsrechts bewege, namentlich außerhalb der in anderen medizinischen Bereichen angewandten Richtlinien des Bundes­aus­schusses Ärzte und Krankenkassen?
Wie kommt es eigentlich, dass sich der WBP nicht zuerst mit den Richtlinienverfahren auseinander gesetzt hat, die doch in erster Linie versorgungsrelevant sind?
Wie kommt es, dass der WBP erst jetzt zu einer Anerkennung der Gesprächspsychotherapie gefunden hat, obwohl sich die Datenlage in den letzten Jahren nicht substanziell geändert hat, nunmehr aber kein gesprächstherapeutisch ausgebildeter Kollege mehr hoffen kann, in den Genuss einer übergangsgeregelten Zulassung zu kommen?
Wie kommt es eigentlich, dass der WBP – entgegen aller bisherigen Systematik – eine Anerkennung der Gesprächstherapie nur für die Behandlung von Erwachsenen ausspricht, für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen aber verweigert?
Wie kommt es, dass Prof. Hoffmann unkommentiert die Bemerkung durchgelassen wird, Berufsverbände kritisierten am WBP, dass er wissenschaftliche und nicht berufspolitische Interessen durchsetze. Schön wär’s, wenn’s so gewesen wäre.
Jörg Hein, Rheinstraße 5,
64283 Darmstadt
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