ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2003Der telemedizinische Arbeitsplatz im Sanitätsdienst der Bundeswehr

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Der telemedizinische Arbeitsplatz im Sanitätsdienst der Bundeswehr

Dtsch Arztebl 2003; 100(3): A-100

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LNSLNS Allgemeine Anforderungen (siehe Grafik)
- Die Anforderungen sowohl der Truppen- als auch der Fachärzte im Routinebetrieb sowie im Einsatz müssen durch eine breite fachliche Anwendungsmöglichkeit abgedeckt sein.
- Preisgünstige handelsübliche Technologie und gängige IT-Standards sind zu nutzen. Die Systeme müssen nutzerfreundlich zu bedienen sein sowie technisch und fachlich zuverlässig arbeiten.
- Telekonsultation in Form von Second-Opinion/Unterstützung durch Teleradiologie sollte nur dort stattfinden, wo dies medizinisch notwendig und wirtschaftlich vertretbar ist.
- Ein Internet-Zugang für die E-Mail-Kommunikation und die Nutzung von Fachdatenbanken ist notwendig.
Der telemedizinische Arbeitsplatz (TA) besteht aus handelsüblichen IT- und Medizintechnikkomponenten. Er ist modular erweiterbar, um neue Funktionalitäten hinsichtlich Bildaufnahme, -verarbeitung, -digitalisierung und Kommunikation zu gewährleisten. Basismodul ist ein PC nach dem IT-Standard der Bundeswehr mit Drucker, Auflichtscanner und Multimedia-Equipment. Über einen Videoumschalter für S-VHS und FBAS-Signale kann er mit den medizinisch-technischen Modalitäten verbunden werden, zum Beispiel mit einer Übersichtskamera mit Kaltlichtlupenaufsatz zur Dermatoskopie, einer Anschlussmöglichkeit für Peripheriegeräte, wie Sonographie und Videorekorder, sowie mit Spezialkamerasystemen für Oto-/Laryngoskopie. Weitere Anbindungen werden im Rahmen der klinischen Validierung untersucht. Durch die Nutzung von zertifizierten Kryptierungssystemen lassen sich digitalisierte Röntgenbilder verschlüsselt übertragen. Auch Videokonferenzen einschließlich Dateiübertragung und Whiteboard (gemeinsamer Zugriff auf Bilder und Dokumente) können verschlüsselt werden.
Die Kommunikation ist in Fällen, in denen terrestrische Leitungen zur Verfügung stehen, durch die Nutzung zweier gekoppelter B-Kanäle einer EURO-ISDN-Leitung sichergestellt. Die Übertragungskapazität von 128 KBit/s ermöglicht Videokonferenzen mit dem H.320-Standard in brauchbarer Bildtelefonie-Qualität. In allen anderen Bereichen muss Satellitenkommunikation eingesetzt werden, zum Beispiel im SFOR-(Stabilisation Force in Bosnien) und im KFOR-Einsatz (Kosovo Force im Kosovo).
An Funktionalitäten werden Videokonferenz, Dateitransfer, Whiteboard und Bildverarbeitung unterstützt. Der Datentransfer digitaler CT-Bilder ist über eine DICOM-3-Schnittstelle realisiert. Ein Röntgen-Durchlichtscanner ermöglicht die Digitalisierung konventioneller Röntgenbilder, die auf dem Steuer-PC dargestellt werden können, ehe sie im DICOM-3-Format als komprimierte JPEG-Bilder verschlüsselt übertragen werden.
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