ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2003Arztberuf: Großes Kompliment
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LNSLNS Kurz und heftig möchte ich Ihre Serie „von schräg unten“ loben. Jedesmal kann für mich nach der Lektüre am Rest des Tages nichts mehr schief gehen. Großes Kompliment an den Autor.
Kritik an der KV tritt immer wieder auf, nie wird aber klargestellt, was (meines Wissens als Nichtjurist) die rechtliche Funktion bzw. die Möglichkeiten der KV sind. Die KV ist keine Gewerkschaft und keine Genossenschaft, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dies
beinhaltet, dass die KV lediglich die Aufgabe und Weisung hat, die allgemein und grundsätzlich gehaltenen Weisungen des Gesetzgebers in pragmatische Vorschriften für den Ärztealltag umzusetzen. Außerdem ist sie eine bürokratische „Schnittstelle“, um Geld- und Schriftverkehr zwischen Kassen und Ärzten zu regeln. Eine Interessenvertretung kann sie höchstens in dem Sinne wahrnehmen, als sie Honorarverhandlungen kollektiv für alle Ärzte mit den Krankenkassen führt. Daraus ergibt sich, dass die KV eben niemals ein „Kampfinstrument“ für die Ärzteschaft sein kann – sie wäre in null Komma nichts weg vom Fenster. Die Ärzteschaft hat auf das Grundrecht der Koalitionsfreiheit seinerzeit verzichtet. Im Sicherstellungsauftrag hat sie ihr Streikrecht abgeliefert, um im Gegenzug die ärztliche Versorgung der Bevölkerung sowohl zeitlich als auch örtlich umfassend und alleine(!) „sicherzustellen“. Beim Einkaufsmodell wird nun einseitig diese Abmachung verletzt, die nur in dieser Kombination von Rechten und Pflichten sinnvoll war und ist. Diese Modelle werden aber wohl nicht zu verhindern sein. Es sei denn, die Ärzteschaft wäre trotz aller Ethik bereit, ihrerseits den Sicherstellungsauftrag zu kündigen und finanziell ins kalte Wasser zu springen.
Dr. med. Alexander Ulbrich,
Birkheckenstraße 1, 70599 Stuttgart
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