ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2003Navigationssysteme: Mobile Geräte als Alternative zum Festeinbau

VARIA: Auto und Verkehr

Navigationssysteme: Mobile Geräte als Alternative zum Festeinbau

Dtsch Arztebl 2003; 100(3): A-140 / B-127 / C-123

Maus, Josef

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Der MDA verbindet Handy und Organizer in einem Gerät.
Der MDA verbindet Handy und Organizer in einem Gerät.
Eine neue Gerätegeneration führt Handy, elektronische Organizer und satellitengestützte Navigation zusammen. T-Mobile war mit dem
MDA einer der ersten Anbieter in Deutschland.

Navigationssysteme werden immer beliebter. Inzwischen ist diese technische Neuerung längst nicht mehr nur in Oberklassenfahrzeugen zu finden. Auch kleinere Autos können bei vielen Herstellern ab Werk mit dem „satellitengestützten Pfadfinder“ geordert werden. Angesichts der nach wie vor hohen Preise für die Geräte lohnt eine Anschaffung in der Regel jedoch nur für Vielfahrer.
Für Autofahrer, die nur sporadisch mit elektronischer Hilfe „auf den rechten Weg“ geführt werden wollen, gibt es jetzt eine Alternative: ein mobiles Navigationssystem in Verbindung mit einem elektronischen Organizer und zusätzlicher Handyfunktion. T-Mobile war der erste Anbieter in Deutschland. Andere Hersteller sind dem neuen Konzept zwischenzeitlich gefolgt.
Die Grundidee erinnert an die oft zitierte „eierlegende Wollmilchsau“ – an eine Entwicklung, die die wichtigsten Funktionen und Vorteile verschiedener Geräte in sich vereint. Der Mobile Digital Assistant (MDA) von T-Mobile ist ein solches Gerät. Der MDA ist zunächst ein kleiner Handheld-Computer, der alles das leistet, was elektronische Organizer können sollten. Das 200 Gramm leichte Gerät mit einem hochauflösenden, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen sehr gut abzulesenden TFT-Farbbildschirm bietet zudem die Möglichkeit, Musik (MP3) und Videos abzuspielen. Auch Fotos können angezeigt werden.
Die Basis für das Navigationssystem ist die Handyfunktion mit Freisprecheinrichtung. Die Übertragungsqualität ist einwandfrei, der wieder aufladbare Akku hält auch bei intensiver Nutzung lange genug durch, um den MDA als vollwertiges Mobiltelefon gelten lassen zu können.
Da der Bildschirm über eine respektable Größe verfügt, kann der MDA im Gegensatz zu vielen sonstigen internetfähigen Handys Webseiten gut lesbar darstellen. Die Herstellung einer Internetverbindung geht einfach von der Hand.
Mobil und flexibel: Mit dem „NaviGate CarKit“ wird aus dem MDA mit wenigen Handgriffen ein vollwertiges Navigationssystem. Fotos:T-Mobile
Mobil und flexibel: Mit dem „NaviGate CarKit“ wird aus dem MDA mit wenigen Handgriffen ein vollwertiges Navigationssystem. Fotos:T-Mobile
Der entscheidende Vorteil dürfte indes das zusätzlich erhältliche „NaviGate“ sein. Das Navigationssystem besteht aus einer GPS-Maus, einem kleinen Gerät, das mithilfe von Klettstreifen unterhalb der Windschutzscheibe auf das Armaturenbrett geklebt werden kann. Die Funkmaus, die die Satellitenortung besorgt, wird per Kabel mit dem MDA verbunden, der wiederum seinen Strom aus dem Zigarettenanzünder des Fahrzeugs bezieht. Gleichzeitig lädt der Akku auf.
Auch der MDA selbst lässt sich auf einfache Art montieren: mit einer mitgelieferten Halterung in den Lüftungsgittern des Fahrzeuges. Damit ist die Nutzung des Geräts nicht auf ein Fahrzeug wie beim Festeinbau der herkömmlichen Systeme beschränkt. Der Umbau von einem Fahrzeug ins andere dauert nur wenige Minuten.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Navigationssystemen, die ihre Informationen nach dem Satellitenabgleich über eine CD erhalten, übernimmt die T-Mobile-Tochter T-Mobile Traffic den Lotsendienst. Der Benutzer muss lediglich das gewünschte Fahrziel (beispielsweise aus dem Adressbuch des Organizers) eingeben und eine Sendeanfrage starten. Nach kurzer Zeit wird die angeforderte Route übermittelt. Die Streckenführung erfolgt wie bei den üblichen Systemen mit gesprochenen Anweisungen und mithilfe von Richtungspfeilen und Entfernungsanzeigen. Das mobile Gerät arbeitet genau. Sollte der Benutzer dennoch einen falschen Weg nehmen, geht die Neuberechnung ebenfalls schnell von der Hand.
Ein weiterer Vorteil: Der Datenbestand (Straßenkarten, Verkehrsführung) einer herkömmlichen Navigations-CD veraltet relativ schnell. Mit der T-Mobile-Lösung ist man dagegen immer auf dem neuesten Stand, die Anschaffung neuer CDs entfällt.
Der MDA kostet bei T-Mobile rund 600 Euro. Für diesen Preis erhält man das Handy und die Organizerfunktionen. Das Navigationssytem muss zusätzlich erworben werden. Die Gesamtkosten liegen aber unter 1 000 Euro und sind damit günstiger als nahezu alle fest eingebauten Navigationssysteme.
Allerdings kostet die Routenführung extra. Jede Navigation schlägt mit einem Pauschalpreis von rund zwei Euro zu Buche. Eventuell notwendige Neuberechnungen beziehungsweise Aktualisierungen der Fahrtstrecke sind inbegriffen.
Fazit: Der MDA mit Navigationssystem ist eine interessante Lösung für alle, die nur gelegentlich Hilfe bei der Streckenführung benötigen oder häufiger mit verschiedenen Autos unterwegs sind. Sollte man zudem die Vorteile eines elektronischen Organizers in Verbindung mit einem leistungsstarken Handy schätzen, wäre der MDA eine rentable Anschaffung. Josef Maus
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