ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Qualitätsoffensive: Weltfremd
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LNSLNS Die Vorgaben der KV bezüglich der Qualitätszirkelarbeit sind weltfremd und formalistisch. Sie unterstützen nicht die ärztliche Autonomie, sondern fördern Verbandbürokratie und Bevormundung der Mitglieder.
Gleich drei zentrale Grundsätze des Qualitätsmanagements werden missachtet: Die Methode muss dem Anwender dienen, und nicht umgekehrt. Sie muss die eigentliche Aufgabe fördern und darf sie nicht behindern. Und schließlich: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.
Interesse an Qualitätsverbesserung kann man nicht verordnen. Wir niedergelassenen Ärzte müssen selbst bestimmen, wann und wie oft wir uns nach Praxisschluss dem Qualitätsmanagement widmen. Wir tun das aus der Überzeugung, dass es uns und unseren Patienten nutzt – und wirken durch unser Handeln als Vorbild für andere. Allerdings müssen wir als selbstständige Kleinunternehmer selber entscheiden, wie oft wir uns für etwas engagieren. Wer hier wie die KV reglementiert, entwertet die Arbeit eigenständig arbeitender Qualitätszirkel und verliert die Gesamtsituation aus den Augen.
Als Allgemeinärztin könnte ich einen Qualitätszirkel für Pharmakotherapie, einen weiteren für Praxismanagement, einen nächsten für Substitution und viele andere besuchen, wie das die KV anregt. Zusätzlich brauche ich Zeit für Fortbildungen, Balint-Gruppe und berufspolitische Arbeit. Da wird mir die KV schon gestatten müssen, dass ich Prioritäten setze, sonst sehe ich meine Kollegen häufiger als meine Patienten. Es verstärkt sich mein Eindruck, dass die Verordner der KV unsere Situation als Mitglieder nicht richtig überblicken. Vielleicht sollten sie selbst mal einen entsprechenden Qualitätszirkel auflegen.
Dr. M. T. Lautenschlager, Schleidenstraße 2, 30177 Hannover
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