ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Weiterbildung: Unzumutbare Situation

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Weiterbildung: Unzumutbare Situation

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): A-181 / B-166 / C-162

Andrees, Ingolf

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LNSLNS Kollegin Pohling greift einen wichtigen Aspekt der derzeitigen Nachwuchsmisere in der Allgemeinmedizin (die vor allem in den neuen Bundesländern zum Problem wird) auf. Die von ihr beschriebene Situation im ambulanten Bereich kann ich nur bestätigen, wobei sicher vielen weiterbildungswilligen niedergelassenen Kollegen bei der hier herrschenden Einkommenssituation ein BAT-Gehalt mit allen Nebenkosten kaum zugemutet werden kann. Selbst mit dem Förderprogramm liegen zwischen einem Klinik-
gehalt und einer Praxisstelle oft Differenzen beim Monatsbruttoeinkommen von 1 000 bis 2 000 Euro bei oft längeren Arbeitszeiten in den Praxen. Das kann für einen Alleinverdiener mit Familie schon zum Problem werden. Eine internistische Weiterbildung (inzwischen ja recht gut zu bekommen) führt eben mit 100 % BAT zum Hausarzt (noch), und das über die gesamte Weiterbildungszeit. Dagegen kann ich, wenn ich mich zur Allgemeinmedizin-Facharztprüfung anmelde, einen geschätzten Einkommensverlust von 20 000 Euro verbuchen – ein teurer Facharztabschluss. Die Krönung ist dann, dass ich einmal pro Quartal in meiner durch drei Nebenjobs und reichlich Überstunden nicht mehr ganz so unbegrenzten Freizeit und auf eigene Spesenrechnung in die KV-Zentrale fahren muss, um mir erklären zu lassen, wie attraktiv die Niederlassung ist.
Ingolf Andrees
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