ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Wissenschaftsrat: Hausgemachte Gründe
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LNSLNS Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Herr Prof. Einhäupl, beklagt zu Recht den fehlenden Nachwuchs in der deutschen Hochschulmedizin. Mangelndes Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen ist aber sicherlich kein Argument für die Misere. Die Gründe dafür sind hausgemacht: Perspektivlosigkeit durch gesetzliche Überregulierung wie z. B. durch das novellierte Hochschulrahmengesetz führen zu einer sinkenden Attraktivität der „klassischen“ universitären Forschung.
Hinzu kommt durch eine Einbindung der Forschungseinrichtungen besonders in den vorklinischen und medizinisch-theoretischen Instituten in die finanziellen Planungen der Universitätsklinika eine materielle Reduktion der Forschungsförderung. Dies wird wesentlich zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den Forschungslabors beitragen. Drittens wird das Ansehen der universitären Forschung durch politische Meinungsträger aus Gründen der Tagespolitik (Stichwort: „Professorengeschwätz“) beschädigt.
Die Bündelung wissenschaftlicher Kräfte in Kompetenzzentren und -netzen und eine verstärkte Einbindung der Industrie sind sicherlich erste Schritte in Zeiten knapper Kassen; um wissenschaftlichen Nachwuchs jedoch auch langfristig für die Hochschulforschung zu begeistern, bedarf es vor allem wissenschaftlicher Freiheit und der Aussicht auf eine persönliche Chance.
Dr. med. Martin H. Maurer,
Max-Reger-Straße 26, 69121 Heidelberg
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