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Der Pass. Roman

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): A-182

Klöppel, Renate

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Roman
Eingeholt von der Vergangenheit
Renate Klöppel: Der Pass. Roman. Rotbuch Verlag, Hamburg, 2002, 214 Seiten, 19,80 €
Sie sucht die Herausforderung, und sie bekommt sie – allerdings anders, als sie dachte. Die 48-jährige Anne reist nach beruflichem Fehlschlag und Scheitern ihrer Ehe nach Nepal, um in der Gebirgswelt auf andere Gedanken zu kommen. Statt kontemplative Ruhe zu finden, wird sie jedoch von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sie Rainer und dessen Tochter Sarah begegnet. Zu Beginn der Reise sieht sie die beiden am Flughafen, ohne sie zu erkennen. Bald ahnt sie, wo ihr Sarah schon einmal begegnet ist; von da an wird die Reise zur aufwühlenden Rückschau in ihre Verstrickung mit der linksradikalen Szene der 70er-Jahre.
Charakteristisch für die Autorin (Dr. med.) ist die Mischung aus spannendem Plot mit häufigem Wechsel der Zeitebenen sowie punktgenauer und über weite Strecken authentisch wirkender Darstellung von Einzelpsychogrammen. Konsequent bleibt Klöppel bei einer einfachen, gut lesbaren sprachlichen Umsetzung. Die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen verraten auch hier ihre Schwäche für die wildromantische Bergwelt. Die philosophisch-gesellschaftskritische Metaebene in Form einer Charakteristik unterschiedlicher Lebenskonzepte und -schicksale aus der Perspektive wechselnder Ich-Erzähler kam bereits im „Mäusemörder“ vor und spielt nun eine noch bedeutendere Rolle. Thomas Heim
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