ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Einfluss von Genomprojekt und Pharmacogenetics auf die medizinische Entwicklung

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Einfluss von Genomprojekt und Pharmacogenetics auf die medizinische Entwicklung

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): A-183

Rosenthal, André; Wahn, Ulrich; Wolf, Helmut

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Genetik
Puzzle aus Informationen
André Rosenthal, Ulrich Wahn, Helmut Wolf (Hrsg.): Einfluss von Genomprojekt und Pharmacogenetics auf die medizinische Entwicklung. Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, Stuttgart, New York, 2002, XIV, 162 Seiten, 55 Abbildungen, 21 Tabellen, 32,95 €
Das Themenspektrum reicht von der Entstehung der Karzinome aus der Sicht des Genetikers bis hin zu neuen therapeutischen Ansätzen in der Krebstherapie, von der Molekulargenetik der Schizophrenie über die Entstehung des Amyloid-Beta-Peptids bis hin zu zivilisationsbedingten Erkrankungen wie metabolischem Syndrom, Diabetes mellitus Typ 2, Atherosklerose und atopischen Erkrankungen.
Sehr detailliert und präzise werden zunächst die einzelnen Techniken in der Genomanalyse auch für den Nicht-Fachmann klar strukturiert und übersichtlich präsentiert. Deutlich wird, dass diese Techniken das Wissen über die Entstehung von Erkrankungen und prospektive Möglichkeiten in der Therapie enorm erweitern.
Bei den so genannten zivilisationsbedingten Erkrankungen zeigt sich jedoch, dass der enorme Wissensgewinn derzeit noch wenige Möglichkeiten für neue therapeutische Optionen bietet. Gerade die polygenen Formen der einzelnen Erkrankungen, wie Adipositas oder atopische Erkrankungen, belegen, wie schwierig es ist, aus diesem Puzzle an Informationen einen therapeutischen Ansatz abzuleiten. Dennoch wird eines klar: In den nächsten zehn Jahren wird die Gentherapie mit hoher Wahrscheinlichkeit ermöglichen, Krankheiten in ihrer Ursache, in ihrer Entstehung zu behandeln, im Gegensatz zu dem jetzigen therapeutischen Ansatz, den Patienten zu behandeln. Risikofaktoren, ob pränatale oder umweltbedingte Veränderungen, und ihre Wechselwirkungen auf das Erbgut werden besonders bei der Beschreibung der genetischen Verankerung der Schizophrenie deutlich.
Von allen Autoren wird einmütig auf die Komplexität der Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung und dem Zusammentreffen äußerer Faktoren, wie Lebensweisen, Herkunft, Ernährungsgewohnheiten, hingewiesen: Die zusammenhängende Beurteilung dieser exogenen und endogenen Faktoren erst erlauben eine kritische Interpretation des Vorhersagewertes der genetischen Befunde. Gerade angesichts der bis vor einem Jahr noch „boomenden“ Biotechnologie wird deutlich, dass die medizinische Relevanz in der Beurteilung nicht nur des Genotyps, sondern in der Einbeziehung des Phänotyps liegt. Thomas Konrad
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